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Die Lustige Witwe Libretto

DIE LUSTIGE WITWE


Musik von Franz Lehar









ACT 1

 




CASCADA
Verehrteste Damen und Herren,
Ich halt es für Gastespflicht,
Den Hausherrn dankend zu feiern,
Doch Redner - das bin ich nicht!
Ich sag darum in aller Kürze,
Die bekanntlich immer die Würze:
Der Baron gab heute sein Bestes,
Wir bringen ihm ein dreifach Hoch!

CHORUS
Dreimal Hoch der Geber des Festes!

BARON ZETA
Wenn Beifall dieser Abend findet,
Den man mir herzlich dargebracht,
So hat dies nicht nur mich als Hausherrn,
Auch als Gesandten stolz gemacht!
Des Festes höhere Bestimmung
Ist nicht nur Amus'ment allein;
Sie gilt dem Geburtstag des Fürsten,
Dem patriotisch wir uns weihn!
Bin Landesvater per procura,
Drum rührt mich patriotisch dies,
Denn ich bin also in figura
Pontevedro in Paris.

VALENCIENNE, SYLVANE, OLGA, PRASKOWIA,
CAMILLE, ST. BRIOCHE, ZETA,
CASCADA, KROMOW, and CHORUS
Als Landesvater per procura
Da rührt ihn patriotisch dies,
Denn er ist also in figura
Pontevedro in Paris!

VALENCIENNE
So kommen Sie, s'ist niemand hier!

CAMILLE
Sie sehn den glücklichsten Mann in mir!

VALENCIENNE
Ich habe mit Ihnen zu sprechen!

CAMILLE
Ich möchte Ihnen ein Wort nur sagen!

VALENCIENNE
O, still! Sie wissen,
dass ich dies nicht hören will!

CAMILLE
Sag ich's auch nicht, Sie hören es doch!
Nur einmal möchte ich es sagen noch!

VALENCIENNE
Ach, liebster Freund,
warum sich so quälen?
Wir machen ein Ende!

CAMILLE
Ein Ende?

VALENCIENNE
Ich will Sie vermählen!

CAMILLE
Vermählen mich?
Nie darf das sein!
Ich liebe nur dich, nur dich allein!

VALENCIENNE
Ach bitte schön, still!
Sie wissen, dass ich dies nicht hören will!
Ich bin eine anständige Frau
Und nehm's mit der Ehe genau
Ich will derlei Aventüren
um gar keinen Preis mehr riskieren!
Es ist ja ein törichtes Spiel,
Das niemals uns führt ans Ziel!
Sie wissen das, hoff ich, genau!
Ich bin eine anständige Frau!
Ich kann nur verlieren,
und Sie nichts gewinnen,
Drum müssen der Lokkung
wir eiligst entrinnen.
Gib acht! Gib acht,
mein Freund, gib acht!
Und spiele mit dem Feuer nicht!
Eh Du's gedacht, wirds rasch entfacht,
Aus Funken eine Flamme bricht!
Sehr gefährlich ist des Feuers Macht,
Wenn man sie nicht bezähmt, bewacht!
Wer das nicht kennt, sich leicht verbrennt!
Nimm vor dem Feuer Dich in acht!

CAMILLE
Sie sind eine anständige Frau,
Das weiss ich ja leider genau.
Doch können Sie wirlkich mir glauben.
Sie predigen hier einem Tauben.
Erreich' ich auch niemals mein Ziel,
Erkaltet doch nie mein Gefühl.
Ich werde noch alt und noch grau
Sie bleiben die anständige Frau!
Ich kenn' die Gefahren,
Ich muss sie ertragen!
Ich kann Ihnen nimmer
und nimmer entsagen!

VALENCIENNE
Gib acht, gib acht, mein Freund, gib acht!
Und spiele mit dem Feuer nicht!
Eh' Du's gedacht, wirds rasch entfacht,
Aus Funken eine Flamme bricht!
Sehr gefährlich ist des Feuers Macht,
Wenn man sie nicht bezähmt, bewacht!
Wer das nicht kennt, sich leicht verbrennt!
Nimm vor dem Feuer Dich in acht!

CAMILLE
Ich hab's gedacht, ich hab's gedacht!
Sie pred'gen nur von Pflicht!
Das Liebesglück mir nimmer lacht,
Denn Liebe ist das nicht!
Wenn die Liebe spricht, gib acht, gib acht!
So ist dies nicht der Liebe Macht!
Denn wahre Liebe wagt
Und nimmt sich nie in acht!

HANNA
Bitte, meine Herr'n!
Welche Galantrie'n...

CASCADA
Sie sind der Sterne schönster Stern
Die hier strahlend zieh'n...

HANNA
Bitte nicht doch. 'S ist genug!
Doch jetzt geendet!

ST. BRIOCHE
Und wie ein holder Sinnentrug,
Der uns blendet...

HANNA
Hören Sie! O bitte schweigen Sie!
Sie machen mich verlegen, meine Herren!

ST. BRIOCHE, CASCADA, MEN'S CHORUS
Empfangen Sie die Huldigung
Als dieses Festes Stern!
Als schönster Stern!

HANNA
Hab in Paris mich noch nicht ganz
so acclimatisiert,
Dass dieser süsse Firlefanz
Von mir verstanden wird!
Bin noch Pontovedrinerin
ein bischen all zu sehr.
Ja, wär ich schon Pariserin
Verstünd ich etwas mehr!
Die Herr'n sind liebenswürdig sehr
Gilt das meiner Person?
Ich fürchte dies gilt mehr
Meiner vielfachen Million!

ST. BRIOCHE, CASCADA, HERRENCHOR
O !

HANNA
Ach, tun Sie nur nicht so!
Gar oft hab' ich's gehört,
Wir Witwen, ach, wir sind begehrt!
Erst wenn wir armen Witwen reich sind,
Ja, dann haben wir doppelten Wert!

HERRENCHOR
Sie hat richtig gehört,
Witwen die reich, sind sehr begehrt!

ST. BRIOCHE, CASCADA
Wir sind tief gekränkt,
Dass man von uns denkt,
Geld hätte nur Wert!

HANNA
In unser'm Gelde liegt unser Wert,
So hab' ich's immer gehört!

ST BRIOCHE, CASCADA, HERRENCHOR
Bitte nur weiter, nur weiter im Text!

HERRENCHOR
Welch and're Wahrheit folgt zunächst?

HANNA
Bei mir daheim ist's nicht der Brauch
Dass Damen man hofiert,
Mit Komplimenten wird man auch
Fast niemals molestiert!
Geht einer gar ins Zeug so scharf,
So unverschämt wie Sie,
Dann weiss man wohl, dass er es darf,
Denn heucheln wird er nie!

ST. BRIOCHE, CASCADA, HERRENCHOR
Diese Weise macht sie doppelt so reizend!
Darum preise ich Sie voll Sympathie!

HANNA
Lassen Sie dies fade Schmeicheln!
Ich durchschaue Euer Heucheln!
Ja! Ja! Ja!, ja!, ja ---

HERRENCHOR (MEN'S CHORUS)
Ach nein, Gnädige, ach nein,
Wir können auch ehrlich wohl sein!

ST. BRIOCHE, CASCADA
O nicht Schmeichelei und nicht Heuchelei.
Ja, mir geht das nah!

HANNA
Ach, es geht mir gar nicht nah
Denn nur Suessholz raspelt Ihr da!
Ach, ja!

ST. BRIOCHE
O bitte nicht zu zweifeln da!

CASCADA
O bitte, ich mein's ehrlich ja!

ST. BRIOCHE, CASCADA
Und mir geht's wirklich sehr nah!

HERRENCHOR
Wir meinen's ehrlich, ach ja!

NO. 4.

DANILO
O Vaterland du machst bei Tag
Mir schon genügend Müh und Plag!
Die Nacht braucht jeder Diplomat
Doch meistenteils für sich private!
Um Eins bin ich schon im Büro,
Doch bin ich gleich drauf anderswo,
Weil man den ganzen lieben Tag
Nicht immer im Büro sein mag!
Erstatte ich beim Chef Bericht
So tu' ich meistens selber nicht,
Die Sprechstund' halt' ich niemals ein,
Ein Diplomat muss schweigsam sein!
Die Akten häufen sich bei mir,
Ich finde 's gibt zu viel Papier;
Ich tauch die Feder selten ein
Und komm doch in die Tint' hinein!
Kein Wunder wenn man so viel tut,
Dass man am Abend gerne ruht,
Und sich bei Nacht, was man so nennt,
Erholung nach der Arbeit gönnt!
Da geh ich zu Maxim,
Dort bin ich sehr intim,
Ich duze alle Damen
Ruf' sie beim Kosenamen,
Lolo, Dodo, Joujou
Clocio, Margot, Froufrou,
Sie lassen mich vergessen
Das teu're Vaterland!
Dann wird champagnisiert,
Und häufig pamponiert, (cancaniert)
Und geht's an's Kosen, Küssen
Mit allen diesen Süssen;
Lolo, Dodo, Joujou
Clocio, Margot, Froufrou,
Dann kann ich leicht vergessen
Das teu're Vaterland!

N.5
DUET - VALENCIENNE UND CAMILLE

VALENCIENNE
Ein trautes Zimmerlein
im Abend Dämmerschein
Zwei Menschen ganz allein
O könnten wir es sein?

CAMILLE
Ja, was? Gewiss! Wie süss!
Da sage ich nicht "nein."

VALENCIENNE
Wir sitzen still bei-nand'
und halten Hand in Hand
Ein Zauber hält uns süss gebannt!

CAMILLE
Was dann? Ganz stumm? Warum?

VALENCIENNE AND CAMILLE
Das ist der Zauber der stillen Häuslichkeit.
Die Welt liegt draussen so fern,
So fern und weit!
Das ist der Zauber, der uns gefangen hält,
Wir sind für uns allein die ganze Welt!

VALENCIENNE
Ja, wenn man es so recht betrachtet,
Wo findet man das Lebens-glück?
Dort, wo das Leben lärmend braust?
Dort wo's in stillen friedlich haust?
Ja, wenn man es so recht betrachtet,
gibt's einen einz-gen Zufluchtsort
Das ist das Haus, das ist das Heim,
Dort ist das Glück, nur dort, nur dort!

CAMILLE
Was nun? Wie schad! Verzicht?
Ich sage nein und nein! Oh weh!
Ein Traum! Das kaum!

VALENCIENNE
Doch geht es leider nicht!
Drum leisten Sie Verzicht!
Es muss ja leider sein!
Es muss ein Ende sein!
Ein Luftschloss ist es nur!
Von Wahrheit keine Spur!
Das ist der Zauber der stillen Häuslichkeit!
Die Welt liegt draussen so fern,
So fern und so weit!
Das ist der Zauber, der uns gefangen hält,
Wir sind für uns allein die ganze Welt!
Wir wärn für uns ganz allein
Die ganze Welt!

N.6 HERRENCHOR
Damenwahl!
Hört man rufen rings im Saal!
Ach, Madam, nun hoffentlich kommt doch
Die Reihe jetzt an mich?
O bitte, diese Tour,
Ach, diese einzige nur!
Ja, überglücklich wäre ich
Fiel doch die Wahl auf mich!

HANNA
Meine Herr'n,
Im Prinzipe hätt' ich nichts dagegen,
Doch die Konkurrenz so Vieler
Macht mich ganz verlegen,
Da ich nicht beleid'gen will,
Sitz die Tour ich lieber still,
'sgibt doch Damen hier die Masse!

MEN'S CHORUS
Eine Tour! Eine nur! Eine einz'ge Tour!

DANILO
Doch ist keine so bei Kasse!
Zudringlich auf mein Ehrenwort!
Diese Knaben müssen fort!
Diese Knaben müssen fort!
Knäblein, bettelt ruhig weiter!
Ich hole einige Blitzableiter!

CASCADA
Es gibt keine gröss're Beleidigung,
Und nichts, daß so schmerzlich verstimmt,
Als wenn auf dem Ball eine Dame
So gar nicht Notiz von uns nimmt!

ST. BRIOCHE
Es kämpfen die Damen schon lange
Um das nämliche Recht mit dem Mann,
Jetzt haben Madam' hier das Wahlrecht,
Und fangen damit gar nichts an!

CASCADA
Drum agitier' ich ...

ST. BRIOCHE
Drum affichier' ich ..

CASCADA, ST. BRIOCHE
Ach, bitte lesen Sie mein Wahlplakat!

CASCADA
Wählen Sie doch Cascada ...

ST. BRIOCHE
Wählen Sie doch St. Brioche ...

CASCADA , ST. BRIOCHE
Das ist der würdigste Tanzkandidat!

CASCADA
Wählen Sie doch Cascada!

MEN'S CHORUS
Wählen Sie nicht Cascada!

ST. BRIOCHE
Wählen Sie doch St. Brioche!

MEN'S CHORUS
Wählen Sie nicht St. Brioche!

CASCADA , ST. BRIOCHE
Das ist der würdigste Tanzkandidat!

MEN'S CHORUS
Ich bin der würdigste Tanzkandidat!

HANNA
Darauf muß ich Ihnen entgegnen,
Verhaßt ist mir Politik,
verdirbt sie beim Mann den Charakter,
So raubt sie uns Frauen den Schick!
Doch wollt Ihr durchaus kandidieren
Und leistet auf mich nicht Verzicht,
Und gibt mir das Ballrecht das Wahlrecht,
Erfüll' ich die Ballbürgerpflicht!

CASCADA
Dann agitier' ich!

ST. BRIOCHE
Dann affichier'ich!

HANNA
Ich kenn ja ganz genau Ihr Wahlplakat!
Kann es nicht verhehlen,
Schwer fällt mir das Wählen,
Wer ist der würdigste Tanzkandidat?

HANNA
Kann es nicht verhehlen,
Schwer fällt mir das Wählen,
Wer ist der würdigste Tanzkandidat?

CASCADA, ST. BRIOCHE, MEN'S CHORUS
Bitte mich zu wählen!
Bitte mich zu wählen!
Ich bin der würdigste Tanzkandidat!

HANNA
Aber meine Herr'n!
Sie wollen also durchaus mit mir tanzen?
Also gut! Ich bin bereit!

WOMEN'S CHORUS
Damenwahl! Damenwahl!

DANILO
Hilfe kommt zur rechten Zeit!
O kommet doch, o kommt, Ihr Ballsirenen,
Folgt den süssen Walzertönen!
Wie sie singen und klingen,
O, tanzt doch mit,
Hebt eure Füßchen ein bißchen
im Walzerschritt!
O kommet doch, o kommt, Ihr Ballsirenen,
Zögert nicht das Fest zu krönen,
Seht, da steht ein Tänzerheer!

EINE DAME
Also bitte, bitte sehr!

DANILO
Wie die Blumen im Lenze erblüh'n,
Und in leuchtenden Farben erglüh'n,
So erblühet in rosigster Glut
Lockend der Töne Flut.
Wenn die Geige so zaubrisch erklingt
Und Musik sich den Reigen erzwingt,
Dann frisch auf, zögert nicht,
Denn die Jugend sie spricht:
's ist der Tanz, holder Füßchen Pflicht!

WOMEN'S CHORUS
Bitte sehr, wir zögern nicht!

EVERYONE
O kommet doch, o kommt, Ihr Ballsirenen,
Folgt den süssen Walzertönen
Wie sie singen und klingen,
O, tanzt doch mit,
Hebt Eure Füßchen ein bißchen
Im Walzerschritt!
Ja, so ist's recht und schön,
Ihr Ballsirenen
Tanzet lustig, meine Schönen,
Fröhlich singt mit hellen Tönen,
So lang der Walzer klingt
Tanzt leicht beschwingt!

DANILO
O Vaterland, du machst bei Tag
Mir schon genügend Müh' und Plag',
Für Nachtdienst dank' ich, Herr Baron,
Da geb' ich meine Demission!

CASCADA
Madam', darf jetzt ich hoffen?

ST BRIOCHE
Ich seh' den Himmel offen!

HANNA
Ich habe nun die Qual der Wahl ...
...

DANILO
Der Fall ist immer noch fatal!

HANNA
Na, schön! Wen soll ich wählen?

VALENCIENNE
Dürft' ich den Tänzer empfehlen?

DANILO
Sapperment! Ein neuer Konkurrent!

VALENCIENNE
Der junge Mann tanzt Polka,
Ich hab' es ausprobiert.
Auch tanzt famos er Mazurka,
Ich hab' es ausprobiert.
Nach rechts und links kann er tanzen,
Ich hab' es ausprobiert.
Im Walzer hat er excelliert,
Drum wird er von mir protegiert!
Drum agitier' ich und affichier' ich,
Ach bitte, hören Sie mein Wahlplakat!
Wählen Sie doch Rosillon!
Wählen Sie doch Rosillon!
Er ist der würdigste Tanzkandidat!

CASCADA
Wählen Sie nur Cascada!

MEN'S CHORUS
Wählen Sie nicht Rosillon!

ST. BRIOCHE
Wählen Sie nur St. Brioche!

MEN'S CHORUS
Wählen Sie nicht Rosillon!

HANNA
Aha, schon wieder ein Tanzkandidat!
candidate!

VALENCIENNE, CASCADA, ST. BRIOCHE
Er ist der würdigste Tanzkandidat!

MEN'S CHORUS
Ich bin der würdigste Tanzkandidat!

CAMILLE
Pardon, Madam', zu viel Reklam!

HANNA
Das find' ich nicht ... doch nein ...
Den ich als Tänzer möchte ...
Ist Einer, der sich gibt den Schein,
Als ob ich ihm egal möcht' sein.
Sie sind wohl der Rechte!

DANILO
Ich? Gnädige Frau, ich tanze nicht!

HANNA
So leisten Sie kurzweg Verzicht?

DANILO
Verzicht? O, nein!
Der Tanz ist doch wohl mein?

HANNA
Gewiss! Warum?

DANILO
Nun, da der Tanz mein Eigentum,
So darf mit ihm ich alles tun,
Was mir beliebt, nicht wahr?

HANNA
Nun, ja?

VALENCIENNE, CAMILLE, ST. BRIOICHE
Was treibt er da?

DANILO
Der Tanz, den mir die Gnädige gewährt,
Ist doch wohl zehntausend Francs wohl wert!
Mir gehört der Tanz, ich verlang' dafür
Zehntausend Francs zu wohltätigem Zweck!

CAMILLE, ST. BRIOCHE, CASCADA, MEN'S CHORUS
'S ist unerhört!

DANILO
Für diesen Preis geb' ich ihn weg!

ST. BRIOCHE, CAMILLE, MEN'S CHORUS
Zehntausend Francs?

ST. BRIOCHE
Er ist verrückt!

DANILO
Sie geh'n!
Jetzt ist es mir geglückt! (to Hanna)
Sehen Sie, meine Gnäd'ge, sehen Sie...

MEN'S CHORUS
Zehntausend Francs! Das ist zum lachen.

CASCADA
Zehntausend Francs!

ST. BRIOCHE
Das ist zum lachen!

DANILO
Wie sie aus dem Staub sich machen.
Zahlen wollen die Herren nie!
Ein Griff ins Portmonnaie
Tut ihnen furchtbar weh.
So sind die Herren heutzutag,
Ein wirklich nobler Schlag!

CAMILLE
Den Angriff muss ich gleich parieren.
Die zehntausend Francs, die gebe ich!

VALENCIENNE
Sind Sie schon verliebt?

CAMILLE
Sie wünschten doch selbst ...

VALENCIENNE
Untersteh'n Sie sich!

DANILO
Der Letzte ging. Sie sind befreit,
und jetzt, gnädige Frau,
bin ich zum Tanz bereit!

HANNA
Jetzt danke ich sehr!

DANILO
Und mein Mandat! Sie wählten mich doch?

HANNA
O, Sie Hauptdiplomat! Ich tanze nicht!

DANILO
Geigen erklingen, locken so süss,
werden Sie zwingen, gewiss!

HANNA
Nein, ich will nicnt!

DANILO
Aber, gnädige Frau, kommen Sie!

HANNA
Sie abscheulicher mann!
Wie prächtig Sie tanzen!

DANILO
Ach, man tut was man kann!





ACT 2





HANNA
Ich bitte hier jetzt zu verweilen,
Wo allsogleich
Nach heimatlichem Brauch,
Das Fest des Fürsten so begangen wird,
Als ob man in Letijne wär daheim.

CHORUS
Mi velimo dase dase Veslimo!
Mi velimo dase dase Veslimo!
Lasst uns jauchzen und lasst uns singen!
Lasst uns tanzen und lasst uns springen!
Lasst uns jauchzen und lasst uns singen!
Lasst uns tanzen und lasst uns springen!
Mi velimo dase dase Veslimo! Hei!

HANNA
Nun lasst uns aber wie daheim
Jetzt singen unser'n Ringelreim
Von einer Fee, die wie bekannt
Daheim die Vilja wird genannt!
Es lebt' eine Vilja, ein Waldmägdelein,
Ein Jäger erschaut' sie im Felsengestein!
Dem Burschen, dem wurde
So eigen zu Sinn,
Er schaute und schaut'
auf das Waldmägdlein hin.
Und ein niegekannter Schauder
Fasst den jungen Jägersmann,
Sehnsuchtsvoll fing er still zu seufzen an!
Vilja, o Vilja, Du Waldmägdelein,
woods-maiden,
Fass' mich und lass' mich
Dein Trautliebster sein!
Vilja, O Vilja, was tust Du mir an?
Bang fleht ein liebkranker Mann!

CHORUS
Vilja, o Vilja, Du Waldmägdelein,
Fass' mich und lass' mich
Dein Trautliebster sein!

HANNA
Vilja, O Vilja, was tust Du mir an?
Bang fleht ein liebkranker Mann!
Das Waldmägd'lein streckte
die Hand nach ihm aus
Und zog ihn hinein in ihr felsiges Haus.
Dem Burschen die Sinne vergangen fast sind,
So liebt und so küsst gar kein irdisches Kind.
Als sie sich dann satt geküsst
Verschwand sie zu derselben Frist!
Einmal hat noch der Arme sie gegrüsst:
Vilja, o Vilja, Du Waldmägdelein,
Fass' mich und lass' mich
Dein Trautliebster sein!
Vilja, O Vilja, was tust Du mir an?
Bang fleht ein liebkranker Mann!

CHORUS
Vilja, o Vilja, Du Waldmägdelein,
Fass' mich und lass' mich
Dein Trautliebster sein!

HANNA
Vilja, O Vilja, was tust Du mir an?
Bang fleht ein liebkranker Mann!

CHORUS
Mi velimo dase dase Veslimo!
Mi velimo dase dase Veslimo!
Lasst uns jauchzen und lasst uns singen!
Lasst uns tanzen und lasst uns springen!
Lasst uns jauchzen und lasst uns singen!
Lasst uns tanzen und lasst uns springen!
Mi velimo dase dase Veslimo! Hei!

NO. 8 - DUET

HANNA
Heia, Mädel, aufgeschaut,
Guck' die schmucken Reiter!
Nimmt dich einer wohl zur Braut
Oder sprengt er weiter?
Heia, Mädel, lass' ihn nicht,
Kann als Mann dir taugen!
Guck' ihm keck ins Gesicht,
Blitz' mit deinen Augen!

DANILO
Mädel schaut und Mädel guckt,
Dass es ihm im Herzen zuckt.

HANNA
Mädel zeigt trotzdem sie schweigt,
Dass sie sich in Lieb ihm neigt.
Dummer, dummer Reitersmann
Der mich nicnt verstehen kann!
Dummer, dummer Reiter, reitet, reitet weiter!
Dummer, dummer Reitersmann!
Hoplahop und hoplaho!
Dummer, dummer Reiter, reitet, reitet weiter!
Dummer, dummer Reitersmann!
Heia, Reiter, kehrt zurück,
Hopp, sein Pferdchen tänzelt,
Wie er jetzt mit seinem Blick
Bittet und scherwenzelt!
Mädel kümmert sich nicht drum,
Hüpft und summt ein Tänzchen,
Reiter, du warst gar zu dumm
Doch ich bin kein Gänschen!

DANILO
Reiter guckt und Reiter lacht
Willst du nicht, nun dann gut'Nacht.
Mädel Mädel meiner Wahl,
Ich komm nicht ein zweites Mal.

HANNA
Dummer, dummer Reiter, reitet, reitet weiter!
Dummer, dummer Reitersmann!

DANILO
Kluger, kluger Reiter, reitet, reitet Weiter!
Kluger, kluger Reitersmann!

HANNA
Hoplahop und hoplaho!
Dummer, dummer Reiter, reitet, reitet weiter!
Dummer, dummer Reitersmann!

DANILO
Kluger, kluger Reiter, reitet, reitet Weiter!
Kluger, kluger Reitersmann!

HANNA
Dummer, dummer Reiter, reitet, reitet weiter!
Dummer, dummer Reitersmann!

NO. 9

ST. BRIOCHE, CASCADA, CHORUS
Wie die Weiber...?

DANILO
...Man behandelt?

ST. BRIOCHE, CASCADA, CHORUS
Hört ihn an!

DANILO
Eine so, die And're anders,
Da gibt's keinen Feldzugsplan!

ZETA
Dass die Weiber...

DANILO, ST. BRIOCHE, CASCADA, CHORUS
Dass die Weiber?

ZETA
Treu uns bleiben...

DANILO, ST. BRIOCHE, CASCADA, CHORUS
Also, wie?

ZETA DANILO
Das hat man noch nicht ergründet,

ST. BRIOCHE, CASCADA, CHORUS
Da gibt's keine Theorie
Da gibt's keine Theorie!

DANILO
Der Einen macht man Complimente
So und so, und do und so!

ZETA
Und schmeichelt, streichelt ohne Ende:
So und so, und do und so!

ST. BRIOCHE
Der Andern, muß man imponieren:
So und so, und do und so!

CASCADA
Man darf sie auch sogar sekieren:
So und so, und do und so!

DANILO
Die Schwipse, die nach Haus' wir bringen:
So und so, und do und so!
Die Dritte, die will Zärtlichkeiten:
So und so, und do und so!
Doch auswärts sind wir lose Falter:
So und so, und do und so!

ZETA
Haus markieren will das Alter:
So und so, und do und so!
Die Vierte die will zanken, streiten:
So und so, und do und so!

CASCADA
Die Fünfte will nur tanzen, lachen:
So und so, und do und so!

DANILO, ZETA, ST. BRIOCHE, CASCADA
Dann wollen sie auch and're Sachen!
So und so, und do und so!

DANILO, ZETA
Ja, das Studium der Weiber is schwer
Nimmt uns männer verteufelt auch her!
Niemals kennt doch an Seele und Leib
Man das Weib -

CHORUS AND OTHERS
Ach, die Weiber, diese Weiber!
Weib, Weib, Weib, Weib!

DANILO, ZETA
Mädchen zart, Gretchenart, blondes Haar,
Mit dem treuesten Blauäugleinpaar,
Ob sie schwarz oder rot
oder blond sind gefärbt,
's ist egal, man wird doch gegärbt.

CHORUS AND OTHERS
Weiber, Weiber, Weiber, Weiber, ja!
Weiber, Weiber, Weiber, Weiber, ach!

DANILO, ZETA, ST. BRIOCHE, CASCADA, CHORUS
Ja, das Studium der Weiber ist schwer,
Nimmt uns männer verteufelt auch her!
Niemals kennt doch an Seele und Leib
Man das Weib, Weib, Weib, Weib, Weib!
Mädchen zart, Gretchenart, blondes Haar,
Mit dem treuesten Blauäugleinpaar,
Ob sie schwarz oder rot
oder blond sind gefärbt,
's ist egal, man wird doch gegärbt.

DANILO, ZETA
Ja, das Studium der Weiber ist schwer,
Nimmt uns männer verteufelt auch her!
Niemals kennt doch an Seele und Leib
Man das Weib, Weib, Weib, Weib, Weib!
etc.

CHORUS AND REST
Weiber, Weiber, Weiber, Weiber, Weiber!
Weiber, Weiber, Weiber, Weiber, Weiber!
Weiber, Weiber, Weiber, Weiber, Weiber!
Weib, Weib, Weib, Weib!

DANILO, ZETA, ST. BRIOCHE, CASCADA, CHORUS
Mädchen zart, Gretchenart, blondes Haar,
Mit dem treuesten Blauäugleinpaar,
Ob sie schwarz oder rot
oder blond sind gefärbt,
's ist egal, man wird doch gegärbt.

N.10
Er führt sie zu Maxim, dort ist er sehr intim...

No. N. 11

CAMILLE
Mein Freund, Vernunft!

CAMILLE
Wie Sie mich quälen!

VAlENCIENNE
Ich will's. Sie müssen sich vermählen!
Sie müssen heute noch mit Hanna sprechen.

CAMILLE
Nun gut! Ich tu's,
Doch wird das Herz mir brechen!

VALENCIENNE
O, glauben Sie es fällt mir schwer,
Auf Ihre Liebe zu verzichten,
Doch muss ich mich, so will's die Ehr',
Streng nach der guten Sitte richten!

CAMILLE
Muss ich für immer dich verlieren?

VALENCIENNE
Sie woll'n mich doch
nicht compromettieren?

CAMILLE
Das will ich nicht! Das darf ich nicht!
must not do that!

VALENCIENNE
So ist es recht. So hab' ich Dich lieb.
That is the way I like you.

CAMILLE
Ich muß dich küssen.

VALENCIENNE
Sie machen mich böse!

CAMILLE
Vergib! Vergib, mein Lieb!
Wie eine Rosenknospe
Im Maienlicht erblüht,
So ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgeglüht.
Das war ein selig Keimen,
Von dem ich nichts geahnt,
Ein wundersames Träumen,
Das mich ans Glück gemahnt.
Und nun das Glück gekommen,
Soll's wieder, wieder fort?
Das Maienlicht verglommen?
Die Knospe sie verdorrt?
Ein jauchzend, jubelnd Singen
In meiner Seele schallt:
Es wird Dich mir erringen
Der Liebe Allgewalt. (bis)

VALENCIENNE
O Camille!

CAMILLE
Valencienne!

VALENCIENNE
Nein sachte, sacht!
Du hast mich um den Verstand gebracht!

CAMILLE
Zum Abschied, Du Süsse, einen letzten Kuss!

VALENCIENNE
Doch nicht hier!

CAMILLE
Sieh dort den kleinen Pavillon,
Er kann höchst diskret verschwiegen sein!
O, dieser kleiner Pavillon
Plaudert nicht ein Wörtchen aus, o nein!
Dunkel uns umfängt
Nimm, was Liebe uns schenkt!
Komm in den kleinen Pavillon,
Komm zum süssen Rendezvous, o Du!

VALENCIENNE
Ich seh' schon, ich werd' hineingeh'n müssen.

CAMILLE
Komm in den kleinen Pavillon,
Lass' zum letzten Mal dich küssen, ach!

VALENCIENNE
Ist er verschwiegen?
Mir wird ganz schwach!

CAMILLE, VALENCIENNE
Dunkel uns umfängt
Nimm, was Liebe uns schenkt!
Dort in dem dunkeln Pavillon
Strahlt uns hell der süssen Liebe Lohn!

No. 12

DANILO
Ha! Ha!

ZETA
Ha! Ha!

HANNA
Wir fragen was man von uns will!

DANILO
Ha! Hanna und Camille!

ZETA
War ich denn blind? Ich sah genau...

DANILO
Ha! Hanna und Camille!
Mein ganzer Geist steht still.
Jetzt wird die Sache etwas flau!

ZETA
Wo ist denn meine Frau?

VALENCIENNE
Du wünschest?

ZETA
Ich bin dumm und starr!

VALENCIENNE
Was ist gescheh'n? So sprich doch klar!


DANILO
Ha! Hanna und Camille!

CAMILLE
So sei doch endlich still!

ZETA
Ich sah dort eine Dame kurz zuvor...
Ich guckte schnell durch's Schlüsselloch...

HANNA
Das war gerade nicht sehr fein!

ZETA
Ich hört' und traute meine Ohren nicht...

DANILO
Aber praktisch doch!

ZETA
Wie dieser Herr da, ihr Liebe schwor!

HANNA
Die Dame - die war ich!

DANILO
Ha! Hanna!

ZETA
Ich hätt' geschworen, es wär' meine Frau!

HANNA
Mein lieber Camille, gesteh'n Sie's nur ein!

VALENCIENNE, CAMILLE, DANILO, ZETA, NJEGUS
V. - O, dies zu hören ist Rettung und Pein!
C. - Ach, dies zu sagen ist Rettung und Pein!
D. - Mich packt der Eifersucht fast könnte ich schrein!
Z. - Ich kann's nicht glauben, o nein, o nein!
N. - Das arrangierte ich ganz schlau und ganz fein!

HANNA
Und war der Baron so indiskret,
zu lauschen und spähen beim Schlüsselloch,
so sagen Sie hier,
was drinnen Sie mir gestanden...
ich, bitte, so sagen Sie's doch!

CAMILLE
Ich soll es sagen?

DANILO
Und ich soll's ertragen?

CAMILLE
Nun, Excellenz, da ich nicht anders kann -
was ich drin sagte - so hören Sie an:

ZETA
Jetzt bin ich doch neugierig,
Was er mir sagen wird.

CAMILLE
Wie eine Rosenknospe
Im Meienlicht erblüht,
So ist in meinem Herzen
die Liebe aufgeglüht!
Das war ein selig Keimen,
Von dem ich nichts geahnt,
Ein wundersames Träumen,
Das mich ans Glück gemahnt.
Und nun das Glück gekommen,
Soll's wieder, wieder fort?
Das Maienlicht verglommen?
Die Knospe sie verdorrt?
Ein jauchzend, jubelnd Singen
In meiner Seele schallt,
Es wird Dich mir erringen
Der Liebe Allgewalt! Allgewalt!

HANNA
Er glaubt ihm wirklich Wort für Wort!
Und sein Verdacht, er ist schon fort!
Ah, lieber Graf und Du bleibst ganz kalt?
Was wetten wir, Du redest bald! Redest bald!

VALENCIENNE
Ich fasse nicht ein einzig' Wort!
Ja, will er wirklich von mir
Sein Liebeslied ist kaum noch verhallt.
uttered.
Er singt's vor ihr, wo mir allein
Dies Lied doch galt!
Ist sie dahin so rasch,
Der Liebe allgewalt? Allgewalt!

DANILO
Ich höre wie verschwommen,
Fasse auch nicht ein Wort!
Sie hat sich schön benommen!
Mir ist's nicht vergönnt, sie zu erringen,
Doch mich lässt's nicht kalt!
Will mich zur Ruhe zwingen,
Ich gehe und das bald!
Will mich zur Ruhe zwingen,
Gehen werd' ich und das bald!
Ja, sehr bald!

ZETA
Der Wahn is mir nun ganz benommen,
Zu ihr ist er gewiss gekommen.
Ich glaub' ihm Wort für Wort,
's war meine Frau nicht dort!
Wenn's meine Frau so triebe,
Macht' ich ein Ende bald!
Bei solchen Dingen
bleib' ein And'rer kalt!
Bleib er kalt!

HANNA
Den Herrschaften hab' ich
'was zu erzählen!

CHORUS
Nun was? Nun was?

HANNA
Dass als Verlobte sich empfehlen
Herr Rosillon ...

CAMILLE
Was? Ich?

VALENCIENNE
O, Gott!

DANILO
Ah schön!

ZETA
Wie? Was?

HANNA
Und meine Wenigkeit!

CHORUS
Ah, welche Neuigkeit!

VALENCIENNE
Bin starr!

CAMILLE
Bin starr!

DANILO
Bin starr!

ZETA
Bin starr!

HANNA
Die Wirkung ist ganz wunderbar!

CHORUS
Wir gratulieren!

DANILO
O, ihr verfluchten Millionen!

ZETA
O, ihr verlor'nen Millionen!

CAMILLE
Das geht doch nicht!
Da muss ich protestier'n.

HANNA
Dann werden Sie die Baronin blamier'n?
baronesse?

ZETA
Sie wollen wirklich?

VALENCIENNE
Wirklich wollen Sie?

HANNA
Warum denn nicht?

ZETA
Ich bin dagegen und der Graf!

HANNA
Sie auch?

DANILO
O nein, warum soll ich dagegen sein?
Ich gebe Ihnen meinen Segen!
Ich meine nur...

HANNA
Was meinen Sie?

DANILO
Verlieb' Dich oft, verlob' Dich selten,
Heirate nie!
Die Ehe ist für mich privat,
Ich rede nur als Diplomat,
Wahrhaftig nur ein Standpunkt,
der längst überwunden.
Ein Zweibund sollte stets sie sein,
Doch bald stellt sich ein Dreibund ein,
Der zählt oft, der zählt oft
Blos nach schwachen Stunden!
Vom europäischen Gleichgewicht,
Wenn Einer sich verehelicht,
Von dem ist bald nichts mehr zu spüren.
Der Grund liegt meistens nur darin:
Es gibt Madam zu sehr sich hin
Der Politik der off'nen Türen!

HANNA
Das ist doch unverschämt!

DANILO
Jawohl, ich schild're nicht zu stark,
s' ist etwas faul im Staate Dänemark!

HANNA
Ein flotter Ehestand soll's sein:
Ganz nach Pariser Art!
Er sagt: "Madam;" ich sag': "Monsieur,"
Ganz nach Pariser Art!
Wir lieben uns, wie sich's versteht:
Ganz nach Pariser Art!
Wo jeder seine Wege geht:
Ganz nach Pariser Art!
Das hat Rrrasss" so, tra-la-la-la-la-la
Macht mir Spasss' so, tra-la-la-la-la-la
tra-la-la-la-la-la
Und sollt die Ehe anders sein,
Dann spring ich nicht hinein, o nein, o nein,
Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein!

CAMILLE, ZETA, VALENCIENNE, CHOR
Das hat Rrrasss" so, tra-la-la-la-la-la
tra-la-la-la-la-la
Macht mir Spasss' so, tra-la-la-la-la-la
tra-la-la-la-la-la
Und sollt die Ehe anders sein,
Dann springt sie nicht hinein, o nein, o nein!

HANNA
Dann spring ich nicht hinein, o nein, o nein,

VALENCIENNE
Ja, dieser Ehestand wird flott!

HANNA
Ganz nach Pariser Art!

VALENCIENNE
Der Mann zieht hüt; die Frau zieht hot!

HANNA
Ganz nach Pariser Art!

VALENCIENNE
Und keiner macht sich 'was daraus!

HANNA
Ganz nach Pariser Art!

VALENCIENNE
Sie seh'n ganz scheidungsfähig aus.

HANNA
Ganz nach Pariser Art!

VALENCIENNE AND HANNA
Das hat Rrrasss" so, tra-la-la-la-la-la
tra-la-la-la-la-la
Macht mir Spasss' so, tra-la-la-la-la-la
tra-la-la-la-la-la
Und sollt die Ehe anders sein,
Dann spring ich nicht hinein, o nein, o nein,
Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein!

CAMILLE, ZETA, VALENCIENNE, CHOR
Das hat Rrrasss" so, tra-la-la-la-la-la
tra-la-la-la-la-la
Macht mir Spasss' so, tra-la-la-la-la-la
tra-la-la-la-la-la
Und sollt die Ehe anders sein,
Dann springt sie nicht hinein, o nein, o nein!

HANNA
Nein, dann spring' ich nicht hinein! Nein!

DANILO
In mir tobt es, in mir bebt es,
In mir zuckt es, in mir juckt es!
Halt's nicht aus! Es muss heraus!
Aber nicht so wutentbrannt!
Aber nicht so wutentbrannt!
Ruhig, ruhig mit Verstand!
Zu der Vermählung, schöne Frau,
Gestatten Sie eine Erzählung?

HANNA
Gewiss, das ist ja interessant.
Seh'n Sie mich an,
ich bin schon sehr gespannt!
Also, bitte!

DANILO
Also bitte:
Es waren zwei Königskinder,
Ich glaube, sie hatten sich lieb'.
Die konnten zusammen nicht kommen,
Wie einst ein Dichter beschrieb.
Der Prinz, der blieb aber verschlossen,
Er hatte dafür seinen Grund.
Das hat die Prinzessin verdrossen,
Warum er nicht auftat den Mund.
Da hat nun die Dame Prinzessin
Getrieben ein grausames Spiel,
Sie gab ihre Hand einem Andern,
Und das war dem Prinzen zu viel!
Du gnädigste Dame Prinzessin
Du tätest daran gar nicht recht,
Du bist auch nicht besser wie And're
Vom schwachen, koketten Geschlecht!
Doch glaubst du,
dass ich mich drob kränke?
Haha! Da täuschest du dich!
Im Traume ich nicht daran denke -
Das sagte der Prinz und nicht ich!
Und weiter da sagte der Prinz noch:
"Da nimm ihn, der sei Dir vergönnt!"
Drauf ist er von dannen gegangen -
Und das tu' ich auch. Compliment!

HANNA
Wohin, denn Graf? Wohin?

DANILO
Wohin? Ich? Ha!
Dort, wo ich zuhause bin.
Ich gehe zu Maxim,
Da bin ich sehr intim,
Ich duze alle Damen,
Ruf sie beim Kosenamen
Lolo, Dodo, Joujou,
Cloclo, Margot, Froufrou,
Sie lassen mich vergessen,
Was mich so bang empfand!

HANNA
Allein liebt er mich, nur allein!

HANNA
Das hat Rrrasss" so, tra-la-la-la-la-la
Macht mir Spasss' so, tra-la-la-la-la-la
Und sollt die Ehe anders sein,
Dann spring ich nicht hinein, o nein, o nein,
Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein!

CAMILLE, ZETA, VALENCIENNE, CHOR
Das hat Rrrasss" so, tra-la-la-la-la-la
tra-la-la-la-la-la
Macht mir Spasss' so, tra-la-la-la-la-la
tra-la-la-la-la-la
Und sollt die Ehe anders sein,
Dann springt sie nicht hinein, o nein, o nein!





ACT 3

 




No. 14

VALENCIENNE, THE GRISETTES
Ja, wir sind es, die Grisetten
Von pariser Kabaretten!

VALENIENNE
Lolo! Dodo! Joujou, Froufrou! Cloclo!
Margot! Et moi!
Auf dem Boulevard am Abend
Trippel-trapp und trippel-trapp -
Da flanieren wir Grisetten
Coquettierend auf und ab!

THE GRISETTES AND VALENCIENNE
Trippel-trapp und trippel-trapp -
Trippel-trapp und trippel-trapp -
Trippel-trapp und trippel-trapp -
Trippel-trapp und trippel-trapp !

VALENCIENNE
Und mit Goldlackhalbstief'letten
Trippel-trapp und trippel-trapp -
Und mit Hüten, Pschüttcoquetten,
gehen wir dort auf und ab.

VALENCIENNE, THE GRISETTES
Ja, so sind wir die Grisetten
von pariser Kabaretten,

VALENCIENNE
Lolo! Dodo! Joujou, Froufrou! Cloclo!
Froufrou! Cloclo!
Margot! Et moi!
Ritantouri tantirette
Eh voilà  les belles grisettes!
grisettes!
Les grisettes de Paris!
Ritantouri tantirette!

VALENCIENNE, THE GRISETTES
Ritantouri tantirette
Eh voilà  les belles grisettes!
grisettes!
Les grisettes de Paris!
Ritantouri tantirette!

VALENCIENNE
Wie die Spinnen in ihr Netzchen,
Zippel-zippel, zippel-zapp,
Sich die kleinen Falter fangen,
Fangen wir die Männer, schwapp!

VALENCIENNE, THE GRISETTES
Zippel-zippel, zippel-zapp!
Zippel-zippel, zippel-zapp!
Zippel-zippel, zippel-zappel,
Zippel-zippel, zippel-zapp!

VALENCIENNE
Lassen Sie gern zippeln zappeln,
Trippel-trippel trippel-trapp!
Und dann geh'n wir wieder weiter
Coquettierend auf und ab!

THE GRISETTES AND VALENCIENNE
Ja, so sind wir, die Grisetten
Von pariser Kabaretten!

VALENCIENNE
Lolo! Dodo! Joujou, Froufrou! Cloclo!
Froufrou! Cloclo!
Margot! Et moi!

VALENCIENNE, THE GRISETTES
Ritantouri tantirette
Eh voilà  les belles grisettes!
grisettes!
Les grisettes de Paris!
Ritantouri tantirette!

ALL
Ritantouri tantirette
Eh voilà  les belles grisettes!
grisettes!
Les grisettes de Paris!
Ritantouri tantirette!

N.15
DANILO

Lippen schweigen, 's flüstern Geigen
Hab mich lieb!
All die Schritte sagen bitte, hab mich lieb!
Jeder Druck der Hände
deutlich mir's beschrieb
Er sagt klar, 's ist wahr, 's ist wahr,
Du hast mich lieb!

HANNA
Warum?
Bei jedem Walzerschnitt
Tanzt auch die Seele mit,
Da hüpft das Herzcchen klein,
Es klopft und pocht: Sei mein! Sei mein!
Und der Mund, der spricht kein Wort,
Doch tönt es fort und immerfort:
Ich hab' dich ja so lieb, ich hab' dich lieb!
Jeder Druck der Hände
Deutlich mir's beschrieb...
Er sagt klar, 's ist wahr, 's ist wahr`
Du hast mich lieb!

N.16

HANNA
Ja, das Studium der Weiber ist schwer.

MEN'S CHORUS
Ach, die Weiber, diese Weiber!

ZETA
Nimmt uns Männer verteufelt auch her!

MEN'S CHORUS
Ach, die Weiber, diese Weiber!

DANILO
Niemals kennt doch an Seele und Leib
Man das Weib -

ALL
Weib, Weib, Weib, Weib!
Mädchen zart, Gretchenart, blondes Haar,
Mit dem treuesten Blauäugleinpaar.

MEN'S CHORUS
Ob sie schwarz oder rot
oder blond sind gefärbt
s'ist egal,
man wird doch gegärbt.

WOMEN'S CHORUS
Ob wir schwarz oder rot
Oder blond sind gefärbt,
s'ist egal,
Er wird doch gegärbt.




DAS ENDE