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Libretto list

Der Templer und die Jüdin Libretto

Erster Aufzug

Ouverture.

No.1: Introduktion

Bracy:
Ihr lagert still euch dort im Wald.

Chor: [diese Chöre durchaus piano gesungen]
Wir lagern still uns dort im Wald,
Der Zug muß hier vorbei.

Bracy:
Er ist nicht fern, er nahet bald...

Chor:
Er ist nicht fern, er nahet bald
und glaubt die Straße frei;
Dann rasch aus unserm Hinterhalt,
hervor mit Kriegsgeschrei,
Es wird nicht einer uns entgeh'n,
Gefangen sollt ihr Alle sehn,
gefangen Alle sehn.

Bracy:
Es darf nicht einer uns entgehn.

Chor:
Es wird nicht einer uns entgehn.

Bracy:
Gefangen muß ich Alle sehn.

Chor:
Gefangen sollt ihr Alle sehn.
Es wird nicht einer uns entgehn,
gefangen sollt ihr Alle sehn.

Bracy:
Doch still! Gebt Acht, wer naht sich dort?

Chor:
Wer da? Gebt Antwort! Halt!

Guilbert: [hinter der Scene]
Zurück! ihr Schurken! packt euch fort!

Bracy und Chor:
Wir fürchten nicht dein drohend Wort,
Gewalt vertreibt Gewalt.

Guilbert:
So fühlet meines Arms Gewicht!

Bracy und Chor:
Greift an! und schonet länger nicht.
[Sie fechten.]

Guilbert:
So fühlet meines Arms Gewicht!

Bracy:
Halt ein! die Stimme sollt' ich kennen...

Guilbert:
Es scheint auch mir ich kenne Dich...

Bracy:
Du bist Sir Guilbert, tapfres Schwerdt!

Guilbert:
De Bracy wird in dir geehrt!

Bracy:
Getroffen, Freund!

Guilbert:
Getroffen Freund!

Bracy:
Was willst du hier?

Guilbert:
Was willst du wohl hier?

Bracy:
Dieselbe Frage thu' ich dir!

Guilbert:
Dieselbe Frage thu' ich dir!

Bracy: [heimlich:]
Ich will hier freien um ein Weib,
Gewalt soll mir das Jawort bringen.

Guilbert: [eben so]
Auch mir soll eins zum Zeitvertreib,
Die Tapferkeit des Arms erringen.

Bracy: [für sich]
Gleiche Absicht hat auch er,
/ Ha! Verwünscht! was muß ich hören!
| Welcher Teufel führt ihn her!
| Das wird meinen Plan zer stören.
| Guilbert: [für sich]
| Gleiche Absicht hat auch er,
| Ha! Verwünscht! was muß ich hören!
| Welcher Teufel führt ihn her!
| Das wird meinen Plan zer stören.
| Chor: [immer heimlich]
| Gleiche Absicht ist in beiden,
| hier wird wohl das Schwerdt entscheiden.
| Gleiche Absicht führt sie her,
Hier wird nur das Schwerdt entscheiden.

Bracy: [laut, zu Guilbert:]
Solch einen Antrag könntest du
Gegen Cedrics Mündel wagen?

Guilbert:
Nein, sie ist's nicht, gieb dich zur Ruh'!
Andres Wild will ich erjagen.
[heimlich zu Bracy:]
Sahst du die schöne Jüdin nicht
Mit holdem Engels-Angesicht?
Jedwede Schönheit beim Tournier
Verdunkelte ja neben ihr.
Sie soll und muß mein Liebchen heißen,
Und müßt' ich Riesen sie entreissen.

Bracy:
Dich unterstützen will ich, Freund,
und ich dir meine Hülfe leihen.

Guilbert:
Wohlan so wollen wir vereint,
uns diesen Abentheuer weihen!

Bracy:
Wohlan so wollen wir vereint,
uns deisem Abentheuer weihen!

Guilbert:
Doch jetzt nur rasch zur That!

Bracy:
So folget meinem Rath!
Ihr lagert still euch dort im Wald.

Chor:
Wir lagern still uns dort im Wald,
Der Zug muß hier vorbei.

Bracy:
Er ist nicht fern, er nahet bald...

Chor:
Er ist nicht fern, er nahet bald
und glaubt die Straße frei;
Dann rasch aus unserm Hinterhalt,
hervor mit Kriegsgeschrei,
Es wird nicht einer uns entgehn,
Gefangen sollt ihr Alle sehn,
gefangen Alle sehn.

Marsch.

(Hinter der Scene)

Cedric nahet sich mit zahlreichem Gefolge.

Recitativ.

Rowena:
Schon glänzt das Abendroth schimmernd durch diese Bäume
Die Nacht ereilet uns eh wir das Schloß erreichen.

Cedric:
O daß wir nimmer es verlaßen!
Verwünscht sei das Turnier und Eure Lust daran.
Verwünscht sei meine Thorheit die Euch dahin geführt!

Rowena:
Mein Oheim! Statt des glänzenden Turniers,
das Euren alten Stamm mit neuen Ehren krönte,
die Jvanhoe der Sieger Aller sich erwarb,
verwu;nschet Euch und Eurer hartes Herz,
das den Verwundeten o Gott! den eignen Sohn
der Milde fremder Menschen über gab.

Cedric:
Mir ist nicht unbekannt, weshalb
Ihr so bered't den Sohn vertheidig!
dem Vater zürnt, doch dies Gefuhl ist Euer unwerth.
Das königliche Blut dem Ihr entstammt?

Rowena:
Nein, Oheim! täuscht Euch nicht,
fest steht in diesem Reiche die Herrschaft
die dem edlen Löwenherz gebührt.
Vergeßen und verjährt sind meine Rechte!
Schließt Frieden mit der Welt
und mit dem edlen Sohne.

Cedric:
Ha bei dem Blut der Herward das in meinen Adern fließt,
Nicht will ich ihm vergeben so lang er kühn sein Auge bis zu Euch erhebt.

Wamba: [zu Cedric]
Ei edler Herr! wie heftig könnt Ihr werden,
und wißt doch der Mädchen Lannen ändern oft,
Heut ist er Alles ihr auf Erden,
Und morgen sehent sie was sie heut gehofft.
[zu Rowena:]
Muth, schönes Fräulein! Wollet nicht verzagen
Gebietet Euren Herzen Ruh',
Was hente Euch die Götter streng versagen
führt Euch ein gütig Schicksal morgen zu.

No.2: Lied Des Narren

Wamba:
S'wird besser gehn, s'wird besser gehn,
Die Welt ist rund und muß sich drehn,
Das ist des Narren Sprüchelein und bist du klug,
So stimmst du ein, s'wird besser gehn,
Die Welt ist rund und muß sich drehn.

Seufzen und Klagen und Wüthen und Toben
Mehret den Kummer erschweret das Leid,
Zage im Unglück nicht, blicke nach Oben,
immer ja wechselt die rollende Zeit.
S'wird besser gehn, &c.

Warum auch wollest du ängstlich verzagen,
kehrt dir den Rücken das launische Glück?
Kannst du des Nachts ob der Finsterniss klagen,
Bringt ja der Morget die Sonne zurück.
S'wird besser gehn, &c.

 


[following scene not in libretto]

[Oswald kommt eiligst Cedric zu melden.]

Oswald:
Verweilet länger nicht,
verdächtig Volk zeigt sich in diesem Walde.

Cedric:
Du meinst doch nicht, daß sie es würden wagen
uns zu belästigen, kühn uns zu bedrohn?

Oswald:
Die Übermacht ist ganz auf ihrer Seite,
schon haben sie Gefangne weggeführt.
Jsaak von York und seine schöne Tochter
Sind in ihren Händen.

Cedric: [zu seinem Gefolge:]
So stimmt den Schlachtgesang der Sachsen an,
nicht werden sie es wagen uns zu droh'n.


No.3: Schlachtlied Der Sachsen

Chor:
Wer Kraft und Muth in freier Brust,
Der zaget nicht vor Eisen noch vor Stahl,
er Zieht hinaus mit Kampfeslust.
Ihn schrecket nicht der Feinde starke Zahl,
ihn schrecket nicht,
ihn schecket nicht der Feinde starke Zahl

Wie der Blitz heruner fährt,
Zuckt die Keule und das Schwerdt!
Muth! Muth! Muth!
Schwelgt in Feindes Blut,
Und scheuet nicht die droh'nde Gefahr.

Der Sachsen-Held
Ist stark im Feld,
Wie Hengist und Horsa es war,
wie Hengest und Horsa es war!

Der Normann mag in Stahl gehüllt
Mit Lanze, Helm und Schild zum Kampfe ziehn,
Die kräft'ge Brust ist Sachsen-Schild,
Die strecken wir dem Feind entgegen kühn,
Die strecken wir, die strecken wir, dem Feind entegen kühn.

Wie der Blitz heruner fährt,
Zuckt die Keule und das Schwerdt!
Muth! Muth! Muth!
Schwelgt in Feindes Blut
und scheuet nicht die drohende Gefahr.

Der Sachsenheld ist stark im Feld,
wie Hengist und Horsa es war,
wie Hengist und Horsa es war!

No.4: Lied Mit Chor

Tuck:
Der Barfüßler Mönch seome Zelle verließ
Ora pro nobis.
Er trägt auf der Schulter wohl Bogen und Speiß,
Ora pro nobis.
Die Rehe und Hirsche sie freuen sich sehr,
da kommt unser frommer Freund Barfüßler her,
Ora pro nobis.
Er pirschet wohl munter durch Flur und durch Wald,
daß frölich der lustige Jagdruf erschall,
Joho, joho, joho, ho-ho, joho!
Ora pro nobis.

Der Schwarze Ritter:
Ha ha ha ha ha ha ha.
Er pirschet wohl munter durch Flur und durch Wald,
daß frölich der lustige Jagdruf erschall, Jo-ho!
[lacht]

Tuck:
Ach ohne die Flasche mit blinken dem Wein,
Da möchte der Teufel ein Barfüßler sein!
Joho, joho, &c.
Ora pro nobis.

[Der Schwarze Ritter lacht unmäßig fort.]

Tuck singt diesen Vers in steigender Verlegenheit und Seelenangst indem er eilfertig bemüht ist Pastete Fleisch und Wein wegzuräumer. Nach dem zweiten Verse, heftiges Klopfen.

Der Barfüßler Mönch wird euch öffnen sogleich,
Ora pro nobis.
[Gleich. Es pocht.] Herr Ritter, das ist doch ein heilloser Streich,
Ora pro nobis.

[Der Ritter bewaffnet sich. Tuck läuft bald zum Thür, bald zum Ritter, wobei seine Trunkenheit sich kund giebt. Es pocht stärker.]

Dem täuchen mich meine fünf Sinne nicht sehr,
So kommen der frommen Barfüßler mehr,
Ora pro nobis.
Fort Schlingel! was stört ihr mein frommes Gebet,
Herr Ritter, mein Kopf ist verwirrt und verdreht.
Joho, joho, joho, ho-ho, joho,
Ora pro nobis.
Ha ha ha ha, Jo-ho!

No. 5: Recitativ

Rebecca wird von einem Knappen in's Thurmgemach gestoßen.

Rebecca
Wie bang'ist mir!
[zu dem Knappen:] Ich bitt'Euch habt Erbarmen!
Was soll ich hier? Welch Schicksal droht mir Armen?

[Der Knappe geht schweigend ab, und schließt geräuschvoll die Thüre.]

Er hört mich nicht. Was soll ich nun beginnen?
[Sie rüttelt an der Thüre.]
Verschloßen ist die Thür nicht kann ich nun enttrinnen!
[Sie erblickt das Thurmfenster: freudig:]
Vielleicht ein Ausweg dort.
[Sie eilt die Stufen zu dem Fenster hinauf.]
Großer Gott! Mich faßt ein Beben,
Ein Abgrund zeigt sich mir. Nur Gott allein,
Ja, Gott allein kann Bettung geben!

Guilbert:
Das ist sie deren Schönheit ich mich beuge!

Rebecca:
Der Räuber einen seh'ich nahn. [zu Guilbert.]
Du dessen Macht ich mich demüthig neige,
Nimm diesen Schmuck

Guilbert:
O scheuche diesen Wahn!
Bei andern magst mit deinem Gold du prahlen
Als Bittender nah' ich mich dir, mit Liebe nur,
Ja mit Liebe nur und Schönheit sollst du mir zahlen.

Rebecca:
Kein Räuber, kein Geächteter steht hier.
Ein edler Mann erhört der Schwachen Flehen
O gieb den Vater, gieb den kranken Ritter mir,
Laß ungehindert uns von dannen gehen,
und ew'ger Dank und Lösegeld sei dein!

No. 6: Große Scene und Duett mit Chören

Guilbert:
Erkenne mich! Dich täuschte nicht dein Glauben,
Ich kam nicht her des Schmucks dich zu berauben;
Gern schmückt'ich selbst, kannes dein Herz erfreun,
Dir Hals und Brust mit Gold und Edelstein,
Gleich einer Fürstin sollst du herrlich prangen,
Erfüllest du mein zärtliches Verlangen.

Rebecca:
Was kannst du wollen wenn's mein Gold nicht ist?
Ich stamm'aus Jsrael du bist ein Christ,
und dein Gesetz wie mein's erkennt als Sünde,
Daß Christ und Jüdin jemals sich verbinde.

Guilbert:
Gesetz? Verbindung was fällt dir ein?
Böt' mir ein König selbst sein Töchterlein
und wollt'als seinen Erben mich er kennen
ich dürfle nimmer sie Gemahlin nennen!

Der weiblichen Schönheit zu Füßen,
treibt mich Gefühl und Natur;
doch leider darf ich nur verstohlen,
verstohlen der Liebe, der Liebe genießen.

Drum Liebchen erhör' meine Bitte,
komm an das pochende Herz,
Und laß bei holdem Scherz, bei holdem Scherz
uns lachen der Welt und der Sitte.

Wie süß meine Lippen dich nenen,
Liebchen das weißt du bereits,
doch auf der Brust dies Kreuz,
Ach! Läßt dich den Templer erkennen,
den Templer erkennen!

Rebecca:
Wie? Ohn Erröthen nennest du es, Christ,
was dir das Heiligste auf Erden ist?
Gerade jetzt, wo dein Gelübd' zu brechen,
Als Mönch und Ritter du dich willst erfrechen?
Mir ist das Kreuz nicht heilig so wie dir,
Doch dein Betragen weckt den Anschen mir;
die Tugend gibt dir nichts,
Selbst nicht ihr Schein.
Hinweg von mir!
Wir haben nichts gemein!

Guilbert:
Ist das mein Dank, du übermüth'ge Schöne,
daß mich dein Mund ob meine Milde höhne?
Bedenk'es wohl es könnte dich gereu'n,
auch ich kann stoltz und übermüthig sein.
Das Recht der Waffen theilte dich mir zu,
dein Herr bin ich und meine Sclavin du!
Kann meine Bitte Lieve nicht erringen,
so soll Gewalt, Gewalt mir deine Gunst erzwingen.

Rebecca:
Wohl leicht mag es dem rohen Mann gelingen,
Ein hüflos, schwaches Mädchen zu bezwingen;
Denn rührt dich nicht mein Weinen und mein Flehen,
der Kraft vermag ich nicht zu widerstehn.

Aber zitre, Bösewicht,
ob der Rache Strafgericht.
All mein Denken, all mein Handeln,
Soll in Rache sich verwandeln,
Nicht beachtend eigne Schmach
einer Rache-Furie gleich,
Folg' ich überall dir nach,
Nicht beachtend eigne Schmach,
[Durch das Ganze Königsreich,]
[So in libretto instead of above line in score]
Fort, nur fort, von Land zu Land,
Mach' ich meine Schmach bekannt.
Was mir Mitleid nicht verschafft,
Soll des Aberglaubens Kraft
deiner Brüder mir gewähren,
Wenn sie dein Verbrechen hören
auf zur Rache gegen dich
Will ich deinen Orden schreien!
Mit Entsetzen wird er sich
Vor dem Hoch verräther scheuen,
Wenn ich laut es ihm gesagt,
daß du mit der jüd'schen Magd,
Die ein Gräuel ist seinen Blicken,
Dich in Liebe zu verstricken,
Freh zu sündigen gewagt;
So an Ehr' und Ruhm befleckt,
Fluch beladen, Schmach bedeckt;
Grauser Abscheu deiner Brüder,
Fahre dann zur Hölle nieder,
Durch dein lasterhaftes Leben,
Gottes Rache preis gegeben,
Gottes Rache preis gegeben.

Guilbert:
Ha, wohl ersonnen, Klügste aller Schönen!
Doch laut, sehr laut muß deine Stimme' ertönen,
Soll sie in diesen Mauern nicht verhallen;
Nein, Liebchen, laß die Rach'gedanken [Nachgedanken -libretto] fallen,
Ergieb dich mir, nimm meinen Glauben an,
Und herrlich und in Freuden soll dich dann,
Beneidet von so manchen Edelfrauen,
Die Welt als Freundin Bois Guilberts schauen.

Duett.

Rebecca:
Ich deine Freundin?
Dir mich ergeben!
In deinem Glauben
Fernerhim leben!
Gott meiner Väter erbarme dich mein!

Guilbert:
Ha! dieser Eifer dieses Erglühen,
lieblich verklärt es dein Engelsgesicht!
/ Ha! dieser Eifer dieses Erglühen,
| lieblich verklärt es dein Engelsgesicht!
| Rebecca:
| Gott meiner Väter erbarm' dich mein!
Höre, Jehova! Höre mein Flehen, Vater!
Erhöre mein Hülfegeschrei!

Guilbert:
Sperre dich Täubchen, tobe und wüthe,
Doch meinem Kuße entziehst du dich nicht!

/ Rebecca:
| Verräther! Zurück! Ich trotze dir!
| Gelobt sei Gott! er zeigt den Ausweg mir!
| Guilbert:
| Sperre dich Täubchen tobe und wüthe,
Doch meinem Kuße entziehst du dich nicht!

Rebecca: [Sie eilt auf den Vorsprung am Thurm]
Ein Sprung und ich bin frei.

Guilbert:
Halt ein! Welch lasendes Beginnen!

Rebecca:
Zurück! Nahst du nur einen Schritt,
Stürz'ich hinab von dieses Thurmes Zinnen!
Zerschmettert soll mein Leib an jenem Felsen liegen,
eh'ich mich deiner freveln Lust will fügen.

Guilbert:
Gott! wenn dein Fuß entglitt'!
Bei meiner Ritterehre schwör' ich dir
Bei meiner Ahnen Schild und Wappenzier,
Nicht fürder mehr die kleinste Ungebühr
dir anzumuthen, Edelste der Frauen.

Rebecca:
So bleibe fern von mir soll ich dir trauen.

| Guilbert:
| Ja helden müth'ges Mächen du, Ja nur du bist meiner werth,
| Nicht mit Gewald, mit Bitten nur will ich um deine Liebe werben. | Chor:
| Wer Kraft und Muth in freier Brust
| Der Zaget nicht vor Eisen noch vor Stahl,
| Er Zieht hinaus mit Kampfeslust,
| Ihn schrecket nicht der Feinde starke Zahl,
| Ihn schrecket nicht, ihn schecket nicht der Feinde starke Zahl.
| Wie der Blitz heruner fährt,
| Zuckt die Keule und das Schwerdt!
| Muth! Muth! Muth!
| Schwelgt in Feindesblut
| Und scheuet nicht die drohende Gefahr.
| Der Sachsenheld ist start im Feld
| Wie Hengist und Horsa es war,
| Wie Hengist und Horsa es war.

| Guilbert:
| Dein Stoltz rührt wunderbar mein Herz.
| Du mußt die Meine werden.
| Der Groll, den ich dir eingeflößt,
| wird schwinden mit der Zeit, du wirst mein liebend Herz erkennen;
| Geliebtes Mädchen, dich die meine nennen
| Geliebtes Mädchen, du wirst mein liebend Herz erkennen,
| Geliebtes Mädchen, dich die meine nennen.

| Rebecca:
| Drum sei dir Preis, Lob, Ehr' und Ruhm in alle Ewigkeit!
| Du hast durch deiner Gnade Walten,
| du starker Gott! mich wunderbar erhalten!

Chor der Normannen: [Stürzen eilig herein:]
Keck dringen Feinde auf uns ein,
Um die Gefangnen zu befrein.
Daß uns der stolze Feind erliege,
sei du der Führer uns zum Siege,
/ Sei du der Führer zum Sieg!
| Zum Sieg! zum Sieg! zum Seig!
| Guilbert: [mit Begeisterung:]
| Ja, ich will eurer Führer sein, es gilt den Kampf um sie!
| Und stürmen Heere auf mich ein dich Mädchen laß'ich nie!
Heraus, heraus, mein gutes Schwerdt!
Die Schönheit ist des Kampfes werth!
Umstrahlet von des Sieges Glanz,
fleh' ich dann um der Liebe Kranz!
Der Schönheit Kron'
/ ist würd'ger Lohn
| der Tapferkeit,
| Ihr wird geweiht
| mit süßen Blick
| der Liebe Glück!
| Heraus! Heraus, mein gutes Schwerdt!
| Die Schönheit is des Kampfes werth! etc.
| Chor der Normannen:
| Dem Normann Kampf und Streit gefällt,
| Drum muthig in's Gefecht!
| Dem tapfern Mann gehört die Welt,
| Der Feige wird zum Knecht;
| Der Normann ist der Krone werth,
| Sein Zepter ist sein tapfres Schwerdt,
| Wo er es führt, wo er es zeigt,
Sich Alles ihm als Herrscher neigt.
Gefahr und Krieg!
Und Ruhm und Sieg!
Der Waffen-klang!
Der Schlacht-Gesang!
Trompeten-Schall!
Und Feindes Fall!
Das ist des Normanns Lust,
Das ist des Normanns Lust.

| Rebecca:
| Dank dir, du meiner Väter Gott! Du hast mein Flehn gehört!
| Wer dir vertraut dem droht umsonst der Starke mit Verderben!
| Gott Jsraels nur du bist Herr! Im Himmel und auf Erden!

| Gott Jsraels! nur du bist Herr!
| Im Himmel und auf Erden!
| Drum sei dir Preis, Lob, Ehr, und Ruhm!
| In Alle Ewigkeit!
| Du hast durch deiner Gnade Walten,
| Du starker Gott! mich wunderbar erhalten.

| Chor des Sachsen:
| Der Sachsen Held,
| Ist stark im Feld,
| Wie Hengist und Horsa es war,
| Wie Hengist und Horsa es war.

| Rebecca:
| Drum sei dir Preis, Lob, Ehr' und Ruhm in alle Ewigkeit!

Recitativ.

O Gott! wirf unsere Freunde nicht darnieder!
Für ihn und den Vater,
Für ihn dringt mein Gebet zu dir empor.

[Ivanhoe tritt auf.]

Ivanhoe:
Zum zweitenmal erscheinst du meinem Blick,
Durch dich O schöne Fee bin ich genessen,
Weich' nicht vor meinem trunken Aug' zurück,
O nenn' dich mir zaubrisch schönes Wesen!

Rebecca:
Die Eure Wunden pflegte edler Mann!
Geziemt's in stiller Demuth Euch zuehren,
[stolz:] Dem Volke Jsraels gehört sie an.

Ivanhoe: [entsetzt]
Du eine Jüdin? Was muß ich hören?
[kalt und stolz:] Nimm meinen Dank und reicher Lohn sei dein

Rebecca: [weinend:]
O schweigt! Mir bricht das Herz,
Mir bricht as Herz bei solchem Worte.

Ivanhoe: [freundlicher:]
Sprich Mädchen, wo mag Ritter Cedric sein?
Hält ihn ein gleich Geschick an diesen Orte?

Rebecca:
Gefangen sah er Euch, und laut riefer:
Mein Sohn! mein Sohn!
So sehe ich dich wieder!
[schüchtern:] Auch Lady Row'nas Herz erbangte schwer...

Ivanhoe:
Auch sie!
[rasch und freudig:] O theures Mädchen, Segen auf dich nieder!

No. 7: Duett

Rebecca: [für sich:]
Theures Mädchen, sagt er — Wem?

Ivanhoe: [für sich:]
| Ja, geliebte Freundin Du!

Rebecca:
| Theures Mädchen, sagt er — Wem?

Ivanhoe:
| Laut ruft mir das Herz es zu.

Rebecca:
| Ach, sein Herz fühlt nichts bei dem.

Ivanhoe:
| Du wirst mich befrein.

Rebecca:
| Was die Lippe spricht.

Ivanhoe:
| Was auch deinem Ritter droht.

Rowena:
| Sicher ist sein Knecht, sein Schwerdt.

Ivanhoe:
| Feindes Holn, ruhmloser Tod.

Rebecca:
| Und sein Roß ihm liebenswerth.

Ivanhoe:
| Stets bleibt ihm der Hoffnung Schein.

Rebecca:
| Nur die arme Jüdin nicht.

Ivanhoe:
| Row'na du wirst ihn befrein.

Rebecca:
|Ob er theures Mädchen spricht.
| Ach, es füllt im tiefsten Herzen
| mich mit namenlosen Schmerzen,
| Wenn ich denke daß der Mann,
| Den ich lieven muß und ehren,
| Mir kann Mitleid mag gewähren,
| Ach mich nur verachten kann.
| Alles, alles ist ihm lebenswerth,
| Nur die arme Jüdin nicht!
| Alles liebt er nur mich Arme nicht,
| Ob die Lippe theures Mädchen spricht.

Ivanhoe:
| Es durch dringt mein tiefstes Leben
| Freud'ger Hoffnung Wonne Beben, [Wonneleben, - libretto]
| Denke ich, Geliebte, dein:
| Deiner Liebe sorgend Walten,
| Wird des Ritters Ruhm erhalten,
| Stets bleibt ihm der Hoffnung Schein,
| Rowena! du wirst ihn befrein.

No. 8: Finale

Ivanhoe:
Horch! Welcher Lärm! Ich höre Waffenklang,
/ Und auch der Sachsen muth'gen Schlachtgesang.
| Rebecca: [tritt hastig an's Fenster]
| Von diesem Thurme kann man nichts erspähen,
| Es muß der Feind an jener Seite stehen.
| Chor der Sachsen: [hinter der Scene.]
| Wer Kraft und Muth in freier Brust,
| Der zaget nicht vor Eisen noch vor Stahl,
| Er Zieht hinaus mit Kampfeslust,
Ihn schrecket nicht der Feinde starke Zahl.

Ivanhoe:
Horch! dieses Hornes Ruf das [dies- lib.] bange Schrein
Ha! groß muß die Gefahr im Schlosse sein!

Rebecca: [freudig:]
So siegen Eure [unsre- libr.] Freunde?!

Ivanhoe
Ich will eilen
Den Kampf zu sehn.

Rebecca: [ängstlich:]
O wollet hier verweillen,
Euch droht Gefahr wenn euch die Feind' entdecken
Laßt mich.

Ivanhoe:
Gefahr darf nie den Ritter schrecken.

Rebecca:
O, ich beschwör euch
Euer Arzt bin ich,
Eure Genesung hemmt es sicherlich,
Wenn Ihr nicht Ruh' euch gönnt; mich, mich laßt gehen,
Bald sollt Ihr mich mit sichrer Kunde sehen!

Ivanhoe:
Doch die Gefahr?

Rebecca:
Gefahr kann mir nicht dräu'n,
[mit bittern Gefühl:]
Ein Jeder wird sich cor der Jüdin scheu'n,
Drum laßt mich, laßt mich bakd hin ich zurück.
[Rebecca eilt ab schnell.]

Ivanhoe: [allein:]
Wie sehr beklag' ich Mädchen dein Geschick!
[not in libretto:
Von Herzen scheint sie gut, O möchte bald
Des Christenthumes himmlische Gewalt
Ihr Herz erlenchten ihre Seele rühren,
und sie zum Heil,
und sie zum Heil des wahren Glaubens führen.]

Horch! immer lauter tobt des Kampfes Wuth.
Bang tönt das Horn
Muth!, meine Brüder Muth!
Ha! daß ich hier in müß'ger Ruh' muß weilen,
Nicht die Gefahr des Kampf[e]s mit Euch kann theilen.

[Der Schwarze Ritter tritt eilig herein.]

Der Schwarze Ritter:
Ha! find ich dich! es steht das Schloß in Flammen,
Geschwind hinab, nald stüzet es zusammen.

Ivanhoe:
Wer bist du? Welchen Theil nimmst du an mir?

Der Schwarze Ritter:
Dein Freund bin ich, nr schnell hinweg von hier!
[beide gehen ab.]

Lärm, Hülfsgeschrei, Kampf und Tumult.
Die Flamme bricht von allen Seiten herein.
Der Thurm stürzt in sich zusammen.
Schloßhoff. Ein Theil des Gebäudes im Hintergrund ist eingestürzt, ein andrer steht in Flammen.

Chor der Normannen: [hinter der Scene:]
Dem Normann Kampf und Streit gefällt,
Drum muthig in's Gefecht!
Dem tapfern Mann gehört die Welt,
Der Feige wird zum Knecht;
Der Normann ist der Krone werth,
Sein Zepter ist sein tapfres Schwerdt,
Wo er es führt, wo er es zeigt,
Sich Alles ihm als Herrscher neigt.
Gefahr und Krieg!
Und Ruhm und Sieg!
Der Waffen-klang!
Der Schlacht-Gesang!
Der Schlacht-Gesang!

Rebecca: [kommt hervorgestürzt:]
Zu hülfe! Wehe mir! Entsetzlich! Fürchterlich!
| Verderben rings umher, Zerstörung und Gefahr!

Chor der Sachsen: [hinter der Scene:]
| Wer Kraft und Muth in freier Brust,
| Der zaget nicht vor Eisen noch vor Stahl,
| Er Zieht hinaus mit Kampfeslust.
| Ihn schrecket nicht der Feinde starke Zahl.

Rebecca: [stürzt aus dem brennedeit Schloße:]
| Wehe mir!
| Im Schutt der Thurm, wo er, der Heißgeliebte war.
Mein Vater! Vater! Weh vergebens [ruf']ich dich
Auch du der Wuth der Flammen preis gegeben
Weh! meine Kräfte schwinden, fieberhaftes Beben,
Durchzuckt mich
[Wehmüthig:] Ach, so war mir Ärmsten nicht erlaubt
Dein theures, ehrwürd'ges Silber-Haupt
Mit kindlichen Thränen noch fromm zu benetzen?
Dahin was ich liebte, verlaßen bin ich
O Himmel! O Himmel! erbarme der Hülflosen dich!

[Der Tumult und Waffenlärm beginnt auf's neue.]

Der Waffen schrechklicher Schimmer,
Der Sterbenden banges Gewimmer,
Der Feinde höhnende Wuth,
Der Flamme prasselnde Glut.

/ Chor der Sachsen [hinter der Scene:]
| Der Normann mag in stahl gehüt, etc.
| Rebecca:
| Durchrobt [Durchbebt - score] mich mit Grausen
| Und bangem Entsetzen!
| O Himmel! Erbarme duch!
| O Himmel! Erbarme der Hülflosen dich!
O Himmel erbarme dich, erbarme der Hülflosen dich!

Guilbert:
Hab' ich endlich dich getroffen!
Noch ein Rettungsweg ist offen,
Dir und mir ihn zu bewahren [bewachen - score),
Rings umgeben von Gefahren,
Bahnt' ich mir den Weg zu dir;
Auf denn! rasch und folge mir!

Rebecca:
Du mich retten? Mich[?] allein?
Ich dir folgen? Nimmermehr!
Laß mit Thränen dich beschwören,
Meinen Vater zu befrein,
Dort in Flammen schmachtet er,
Niemand wird sein Jammernhören;
Rette ihn und seinen [jennen -lib.] kranken
Ritter, auf den Knien will ich
Dir fü ihre Rettung danken.

Guilbert:
Ist er Ritter, mag er sicht
In sein Schicksal auch ergeben,
Und um eines Juden Leben,
Mag der Teufel sich bewerben!
Fort hinweg, die Zeit verfliegt.

/ Rebecca:
| Lieber in den Flammen sterben,
| Als dir folgen, Bösewicht!
| Guilbert:
| Ha! die Wahl wird dir nicht bleiben
Einmal hast du mich besiegt,
Einmal hast du mich bediegt,
Doch zum zweiten Male nicht.
Fort, hinweg!

Rebecca
Nicht von der Stelle!
[Trotz sei dir - not in score]

Guilbert
Mein bist du und sollst es bleiben,
Trotz dem Teufel in der Hölle!
[Hier hilft kein Sträuben- not in score ]
Mein sollst du bleiben, trozt dem Teufel in der Hölle!

[Er faßt sie und trägt sie hinweg.]

Rebecca:
Hülfe! Hülfe! Rettet mich!

[Das Gefecht kehrt auf die Bühne zurück.
Cedric und Bracy fechten.]

Chor der Sachsen:
Sieg! Sieg! Der Sieg ist errungen!
Der Normann bezwungen!
Die Feinde zerstreut!
Die Freunde befreit!
Hoch lebe jeder Sachsen-Held!
Hoch jeder brave Mann!
Hoch lebe jeder Sachsen-Held!
Hoch jeder brave Mann!

[The published libretto ends Act One here: The score appends a scene with no break in music or indication of change in the scenery (which is apparently in flames at the moment):]

[Rowena von Cedric und Lokslei begleitet, tritt auf.]

Rowena: [zu Lokslei:]
Nimm diesen Hädedruck von mir,
Dir dank' ich Ehr' und Leben,
Du wackrer Mann! Bald, bald hoff' ich dir
Wohl größern Lohn,
Wohl größern Lohn zu geben.

Lokslei:
Mir gnügt fürwahr an Eurem Dank,
Nur wollt mich nicht belohnen,
Daß mir die schöne That gelang,
Das gilt mir mehr als Kronen.

Wamba: [zu Lokslei:]
Nehmt dankbar meine Hand auch hin,
Sonst hab' ich nichts, zu geben,
Denn ob ich gleich ein Narr nur bin,
So lieb' ich doch das Leben.

Recit.

Cedric:
Wenn je Gefahr ob Euren Haupte schwebt,
Denkt daß ein Freund in Rotherwood Euch lebt.
Sprecht bei mir ein,
Wer von Euch kommt
Soll mir wilkommen sein.

Wamba: [Cedric parodirend]
Der Narr weiß wohl; Ihr seid nicht brav noch bieder.
Geächtet seid Ihr das ist ihm bekannt.
Doch weil Ihr Schurken Gutes ihm gethan,
Hier meine Hand, nennt er Euch tapfer Freunde, seine Brüder!

[Fugue mit Chor (Presto).]

Lokslei:
Frisch auf, ihr wacken Leute,
laßt uns nicht länger weilen
das Jägerhorn erschall!
Uns ladet reiche Beute,
Sie redlich zu vertheilen,
Hinaus zum grüner Wald!
Hinaus zum grüner Wald!

Rowena:
| Nicht ungetrübte Freude
| Ist Himmel! mir bescheiden.
| Ich sucht der bange Blick;
| Ward er des Feindes Bente
| Dahin ist dann mein Frieden,
| Dahin ist all' mein Glück, mein Glück!
| Ich sucht der bange Blick!

Wamba:
| Erst war hier großes Leiden,
| Man hörte Jammertöne,
| Der Feind hielt stolz das Feld.
| Jetzt! jubeln wir vor Freuden
| Und klangen werden jene,
| Das ist der Lauf der Welt,
| Das ist der Lauf der Welt!

Lokslei:
| Frisch auf, ihr wacken Leute!
| Laßt uns nicht länger weilen
| Das Jägerhorn erschall!
| Uns ladet reiche Beute,
| Sie redlich zu vertheilen,
| Hinaus zum grüner Wald!
| Hinaus zum grüner Wald!
| Zum Wald!

Cedric:
| Nicht kann ich ganz der Freude mich,
| Der Freude fröhlich überlaßen,
| Was ich auch heut' gewann!
| Er fiel an meiner Seite,
| Ich sah den Freund er blaßen
| Den edlen Athelstane!

Chor:
| Hinaus zum günen Wald! Frisch auf! Ihr wacken Leute,
| Laßt uns nicht länger weilen das Jägerhorn erschallt.
| Uns ladet reiche Beute, sie rechtlich zu vertheilen,
| Hinaus zum güner Wald,
| Hinaus zum güner Wald!
| Zum Wald, zum Wald!

Vorhang.

Ende des Ersten Akts

 

 

Zweiter Aufzug

No. 9: Introduction

Chor der Yomen Und Geächteten:
Es zittert im Früroth vor Freuden die Welt,
Gejüßt von dem lachden Morgen,
Die Lachende Sonne am Himmelsgezelt,
Verscheuchet die nächtlichen Sorgen.
Mit Perl und Demanten besä't sie die Flur
Und wonniges Beben durchzuckt die Natur.

Und Blumen und Blüthen sie senden empor
Zum Himmel die würzigen Düfte,
Der munteren Vögel Dankjubelndes Chor
Steigt jauchzend hinauf durch die Lüfte,
Was ist und was fühlt, was da athmet und lebt,
Es wird zum Gebete das himmelwärts strebt.

Musik auf dem Theater.

Walter:
Die Lady mit Gefolge, das sie zu holen kam,
Bricht auf und zieht von damen.

[Hier erscheint Rowena auf einem weißen Zelter nebst Gefolge.]

Chor:
Heil! Heil! Lady Row'na
Heil! Heil! Lady Row'na Heil!

Rowena:
Habt Dank!
Ihr Waldgesellen habt Dank
Für Schirm und Schutz, habt Dank!

/ Wamba, Cedric, und Damen im Gefolge der Rowena:
| Wir lenken froh die Schrite
| Zum hei mathlichen Heerd nach
| Lokslei und Chor der Geächteten:
| Lebt wohl! und denkt zuweilen der Waldgesellen auch,
lebt wohl, lebt wohl!

Lied des Brüder Tuck Mit Chor.

[In the libretto, the song is given to Wamba. ]

Tuck:
Brüder wacht!
Habet Acht!
Hörnerklang erschallt,
Schon entweicht die dunkle Nacht,
Frisch zum grünen Wald.

Chor:
Halloh!
Brüder wacht!
Habet Acht!
Hörnerklang erschallt,
Schon entweicht die dunkle Nacht,
Frisch zum grünen Wald. Halloh!

Tuck:
Stärkend ist die Morgenluft,
Munter fort durch Berg und kluft,
Reh' und Hirsche springer auf,
Jäger nach in vollem Lauf.

Chor:
Stärkend ist die Morgenluft, usw.

Tuck:
Mägdelein,
Zart und fein,
Jagd man gerne auch,
Stürzt das Wild, rasch hinterdrein!
Das ist Jägers Brauch

Chor:
Mägdelein,
Zart und fein,
Jagd man gerne auch,
Stürzt das Wild, rasch hinterdrein!
Das ist Jägers Brauch
Juchheisasa! Halloh! Trallalala!

Tuck:
Immer so
Frisch und froh,
Jagd man durch den Wald,
Hussa! Hussa! und Halloh!
Wie das Horn erschallt.

Chor:
Halloh! Immer so
Frisch und froh, usw.

Tuck:
In der Mittagssonne Glut,
Suchet man die blaue Fluth,
Frischt dir Glieder müd und matt,
In dem kühlen Wellenbad.

Chor:
In der Mittagssonne Glut, usw.

Tuck:
Mägdelein,
Schlank und fein,
Bad' dich [Bad't sich - score] tief versteckt;
Hui! wie plumpt's in's Wasser nein [h'nein -lib.],
Wenn's der Jäger schrecht

Chor:
Oho! Mägdelein,
Schlank und fein, usw.
Juchheisasa! Halloh! Trallalala!

Tuck:
Stolz einher,
Beute schwer,
Zieht man aus dem Wald,
Zeigend bei der Wiederkehr,
Daß es froh erschallt.

Chor:
Halloh! Stolz einher,
Beute schwer, usw.

Tuck:
Hirsch' und Rehe, gute Nacht,
Unser Tagwerk, ist vollbracht;
Flur und Wald in Mondenschein,
Laden nur zu Ruhe ein.

Chor:
Hirsch' und Rehe, gute Nacht, usw.

Tuck:
Liebchen, du
Schläfft in Ruh,
Auch beim Mondenschein;
Schlossest mir die Thüre zu.
Rasch zum Fenster h'nein

Chor:
Oho! Liebchen, du
Schläfft in Ruh, usw.
Juchheisasa! Halloh! Trallalala!

No. 10: Recitative und Arie

Ivanhoe: [kommt eilig:]
Ha! Find ich Euch! [zu Richard:] Der Herzog Salisbury
Kam eben an, mit Eurem tapfern Heer;
Euch sucht ein Jeder, Jeder rufet laut
Nach seinem König, Richard Löwenherz!

Chor:
Der König
Wär' es möglich?
Uns so nah, in unsrer Mitte?

Der Schwarze Ritter [Richard, in score] [den Helm öffnend:]
Ja, ich bin's, bin Richard Löwenherz.

Chor:
Er ist es! Vernahmst du's?
Vor Freude bebt die Brust;
Der König, der König!
O unverhoffte Luft!
Heil sei dem Könige!
Heil unserm Herrn.

Locksly: [Lokslei in score]
Sire, deines Bruders Ungerechtigkeit
Zwang uns, zu süd'gen gegen das Gesetz;
Doch hängen wir mit Leib und Seel an dir,
Drum wolle uns ein milder Richter sein.

Tuck:
Um Gnad' auch fleht Sanct [St. in lib.] Dunstans frommer Priester,
Ora pro nobis.

Richard:
Nicht eures Fehltritts, eurer Treue nur,
Will ich gedenken, gern verzeih' ich euch;
Steht auf, ihr wackern Freunde, seid fortan
Lehnsleute mir und wackere Unterthan'n!
Wir schwören die Treue!

Chor:
Wir schwören die Treue!

Richard:
Wir schwören die Treue,
Du führst uns auf's Neue
In's Leben uns ein.

Chor:
Wir schwören die Treue!
Du führst uns auf's Neue
In's Leben uns ein.
Drum wollen wir gerne,
Ob nah oder ferne,
Das Leben dir weih'n.

Ivanhoe: [zu Richard:]
Ein biedres Volk erhofft von Euch sein Glück,
Laßt, König, den erworb'nen Ruhm Euch gnügen,
Den besten Ritter nennet Euch die Welt,
Macht, daß das Volk Euch seinen Vater nennet.

 

No. 11: Arie mit Chor

Es ist dem König Ehr' und Ruhm
Hinaus zum Kampf zu ziehn,
Zu streiten für das Ritterthum
durch Abentheuer kühn.

Chor:
Es ist dem König Ehr' und Ruhm
Hinaus zum Kampf zu ziehn,
Zu streiten für das Ritterthum
Durch Abentheuer kühn.

Ivanhoe:
Da ziegt sich Mannes Kraft und Werth,
Und nur der Tapfre word geehrt,
Den Ritterruhm kann man nicht erben,
Der König selbst muß ihn erwerben.

Chor:
Da ziegt sich Mannes Kraft und Werth,
Und nur der Tapfre word geehrt,
Den Ritterruhm kann man nicht erben,
Der König selbst muß ihn erwerben.

Ivanhoe:
Du kehrst als Ritter stolz zurück
Umstrahlt von Ruhm und Ehr,
So gelte nun des Volkes Glück,
Dem Sieggekrönten mehr,
Vergönnt ist dir dich nun allein
Dem Wohl des Vaterlands zu weihn,
Befriedgt sind des Ruhmes Triebe
Nun strebe nach des Volkes Liebe.
Du kehrst, usw.

Chor:
Vergönnt ist dir dich nun allein
Dem Wohl des Vaterlands zu weihn,
Befriedgt sind des Ruhmes Triebe
Nun strebe nach des Volkes Liebe.

No. 12: Scene and Arie

Guilbert:
Nicht zu verschmähen!
Stolze! Undankbare!
[in sanfteres Gefühl übergehend:]
Heißgeliebte!
Nicht achtend die Gefahr,
Des eignen Lebens, rettete ich dich;
Zahlloser Pfeile Ziel war meine Brust,
Nur dich zu schützen, braucht' ich meine Waffen,
Besorgt nur war ich, daß den zarten Körper
Kein Pfeil erriche, keines Schwertes Spitze
Die Lilienhait verletze! ha! und jetzt!
Zum Vorwurf machst du meine Liebe mir!
Preis hätt' ich dich dem Feinde geben sollen,
Und sterben willst du lieber, als dein Leben
Mir danken! Grausam, lieblos, nennst du mich?
[schmerzlich:]Ach könntest du mein Herz erkennen,
Du würdest mich nicht lieblos nennen.
Und doch du fandest mich so doch daß ich's bin,
Wer anders als ein Weib bracht' mich dahin?
War ein Ritter je im Leben,
Seiner Dame mehr ergeben,
Als es Bois Guilbert war?
Wo man Ruhm und Ehre kannte,
Wo man tapfere Männer nannte,
Stark in jeglicher Gefahr!
Hörte man, berühmt vor Allen,
Meiner Dame Nahmen schallen:
Adelheid von Montemar!
Und beim klang der Minnelieder,
Tönt es mmir im Herzen wieder:
Adelheid von Montemar!
Und was war der Treue Lohn?
Herber Undank! bittrer Hohn!
Von einem Zuge kehrt' ich stolz zurück,
Den Lohn erwartend in der Liebe Glück,
Da fand' ich sie wer malet meinen Schrecken
Vermählt! vermählt! Im Arme eines Gekken!
Mich fdaßt die Wut[h],
Der Rache Glut[h],
Durchlodert rasch mir Herz und Sinn;
Beim Hochzeitmahl
Durchstößt mein Stahl
Den Buben, die Verrätherin!
Rache nur wollt' ich genießen
Rache nur wollt' ich genießen
Ihr allein mein Ohr nur leihend,
Trennt ich mich von allen süßen,
Zarten Banden der Natur;
Mich dem Templer-Orden weihend
Bittre Reue ward mit nur
In des Lebens wildem Drang,
Sucht' umsonst ich Jahre lang,
Trost für die verlorne Liebe
Macht und Reichthum, Ruhm und Glanz,
Und der blut'ge Lorbeer Kranz,
Stillen nicht des Herzens Triebe.
Meines Lebens Blüthezeit,
Welkte ungeliebt dahin
Was des Mannes Herz erfreut:
Frauen Liebe und treuer Sinn,
Häuslich Glück bei Weib und Kind,
Ach! ach! mir ward es nicht gegeben!
Und so stirbt dahin mein Leben,
Freudlos, wie ein Traum verrinnt.
Einsam in das dunkle Grab,
Muß ich ungeliebt hinab.
Liebes sehnen,
Kindes Thränen
Folgen, ach! mir Armen nimmer,
Und ich sterb' fü immer.
Da noch einmal steigt [blinkt, score] von fern,
Freundlich mir ein schöner Stern,
Aus der finstern Nacht empor;
Nur ein kräftiges Gemüth,
Groß und edel denkend, zieht
Selbst den Tod der Schande vor!
Das thatst du mit heil'gem Feuer,
Drum wirst du mir ewig theurer,
Ich dir treu ergeben sein;
Deine Liebe zu erringen,
Will das Schwerste, ich vollbringen.
Setze kühn mein [ das, score] Leben ein.
Alles, Alles soll dir werden,
Ruhm und Liebe, was auf Erden,
Nur ein weiblich Herz erfreut,
Und mir winkt, was ich vergebens
Suchte in dem Drang des Lebens,
Lacht der Liebe Seeligkeit.

No. 13: Finale

Chor des Volks
Wie so ernst und feierlich,
Das Gericht beginnet;
Wehe! weh! wer freventlich
Je auf Böses sinnet!
Angst befällt die Sünder hier,
Bleichet die Gesichter,
Denn das Kreuz ist hier Panier,
Und Gott selbst ist Richter.

Beaumanoir
Semper leo percutiatur!

Beaumanoir und Chor der Templer:
In der Feinde stolze Reih'n
Wie sie trotzen, wie sie dräu'n,
Muthvoll stürzen wir hinein,
Semper leo percutiatur.

Doch auch in der engen [eignen - score]Brust,
Schlummert oft uns unbewußt
Sünd'ger Triebe schnöde Lust:
Semper leo percutiatur.

Zeig' er offen sich und frei,
Berg er sich in Zauberei,
Wo er nur zu finden sei;
Semper leo percutiatur.

Beaumanoir: [auf Guilbert deutend:]
Seht Bruder, dort den jammernswerthen Freund,
Nicht wagt er sich in unsern Kreis herbei;
Seht, wie er mit sich selbst zu ringen scheint,
Doch läßt ihn nicht der böse Zauber frei;
Er sonst der Kräftige in jeglicher Gefahr,
Der unser Stolz, ein Fels des Tempels war.
Da steht er, ein beweinenswerther Mann,
Nur unser Mitleid spricht der Ärmste an;
Doch wehe ihr! die ihn dahin gebracht,
Durch Zauberkünste und der Hölle Macht!
Mit Schrecken soll sie ihre Richter sehn,
Und der gerechten Strafe nicht entgehn.

Chor des Volks und der Templer:
Seht dort naht sie!
Fluch der Jüdin!
Fluch der Zaub'rin!
Fluch der Jüdin!
Fluch! Fluch! Fluch! Fluch! Des Ritters Schmach,
Versöhn der Hexe Blut!
Der Flamme Glut[h]
Verzehre ihr Gebein!
Sie sterbe!

Beaumanoir:
Schützt sie, ihr Knappen, vor des Volkes Wuth!
Ihr Streiter Gottes! Ehrfurcht dem Gericht!
Sie ungehört verdammen, ziemt dem Christen nicht.
Ruhe gebiet' ich hier!

Guilbert: [heimlich zu Rebecca]
Nimm dieses Blatt, zur Rettung dient es dir.

Beaumanoir:
Du, Tochter eines Stammes, der verworfen ist,
Wiß, daß der Zauberei du überwiesen bist.
Durch böse Künste hast du diesen Ritter hier
An dich gefesselt, unsers Ordens Zier,
So daß er nicht beachtend seine Pflicht,
Vergnügen nur in deinem Umgang fand;
[Zu Guilbert:]
Sprich selber, Guilbert, sprich: in welchem Licht
Betrachtest du dies unglücksel'ge Band?

Guilbert:
Guilbert hält solch ein thörichtes Beschulden
Nicht einer Antwort werth,
Doch wird sein tapfres Schwert
Keine Beleidigung seiner Ehre dulden!

Beaumanoir:
Unglücksel'ger! nicht will es dir geziemen,
Der Tapferkeit dich hier zu rühmen,
Und deine, Meister keck zu drohn.
Der Ärmste, ach! zu sehr hat schon
Der Zauber ihn umsricket. Nun, wohl an!
So frag' ich dich Verworfne! sage an:
Weiß du etwas, dich zu entschuld'gen?— Sprich!—
Mein zuvor entschleire dich!

Rebecca:
Laßt den Schleier mir, ich bitte;
Mir gestattet nicht die Sitte
Meines Volks, mich zu enthüllen
Vor so vieler Männer Blick.

Beaumanoir:
Mein Gebot sollt du erfüllen,
Nimm den Schleier rasch zurück.

/ Rebecca:
| Laßt den Schleier mir, ich bitte;
| Mir gestattet nicht die Sitte
| Meines Volks, mich zu enthüllen
| Vor so vieler Männer Blick.
| Beaumanoir:
| Mein Gebot sollt du erfüllen,
Nimm den Schleier rasch zurück.
[Der Wache winkend]
Auf! entreißt den Schleier ihr!

Rebecca:
Ach! um Eurer Töchter willen
Doch, ihr seid ja Kinderlos,
Rauhe Männer seid ihr blos;
Nun denn, bei dem Angedenken
Eurer Mütter, eurer Schwestern!
Wollt' Barmherzigkeit mir schenken,
Laßt von roher Männer Händen,
Zucht und Sitte zu verlästern,
Nicht den Schleier mir entwenden;
[zum Großmeister:]
Wenn Ihr wollt, daß ich es soll,
Ihr seid alt und würdevoll,
Will ich dem Gebot mich beugen [fügen, - score],
Und das schaamerglüht' [Schamerglüht' - score] Gesicht
Einer Unglücksel'gen zeigen,
Das um Mitleid zu euch spricht.
[Sie entschleiert sich.]

/ Chor:
| Ha!
| Wie so süß die Stimme spricht!
| Welch win anmuthvolles Wesen!
| In dem klaren Angesicht
| Ist nicht böse Schult zu lesen;
| Mitleid regt sich leis' in mir,
| Für die schöne Sünd'rin hier.
| Rebecca: [bei Seite:]
| Gott, du strafest mich gerecht
| Für des Herzens sünd'ge Treibe,
| Ach, ich fühl's es ist nicht recht,
| Daß ich jenen Christen liebe,
| Führ' durch Leiden mich zur Pflicht,
Vater, laßen kann ich's nicht.

Beaumanoir:
Verworf'ne Jüdin! durch der Hölle Macht,
Hast du den Ritter hier so weist gebracht,
Daß er vergessend Pflicht und Ruhm und Ehr
An dir nur hängt, mit sündigen Begehr;
Zum Himmel schreit um Rache dies Verbrechen
Und sühnen kann ihn nur den Zaub'rin Blut.
Drum, Brüder, auf! Laßt uns das Urtheil sprechen:
Sie sterbe in des Scheiterhaufens Glut.

Chor der Templer:
Den Himmel sühnt allein der Hexe Blut,
Sie sterbe in des Scheiterhaufens Glut!
Den Himmel sühnt allein der Hexe Blut,
Sie sterbe in des Scheiterhaufens Glut!
Sie sterbe! Sie sterbe!

Beaumanoir [zu Rebecca:]
Weiß du noch etwas, Jüdin, sage an,
Was dein Verbrechen mindern kahn?

Rebecca:
Euer Mitleid zu erflehen
Weiß ich, würde fruchtlos sein,
Denn ihr wollt mich schuldig sehen,
Weidet euch an meiner Pein.
Mich erreten durch Verderben
Meines Feindes will ich nicht,
Mag die arme Jüdin sterben
Durch ein ungerecht Gericht;
Gott wird einstens zwischen mir
Richter sein und diesem hier.
[Sie wendet such zu Guilbert]
Nur auf dich allein, auf dich!
Hier, wie dort, beruf ich mich:
Ist die Wahrheit hier gesagt?
Weß man jetzt mich angeklagt,
Bin ich schuldig dessen? Sprich!

[Pause.]

Chor:
Er verstummet! Wehe! Wehe!
Welch ein fürchterliches Zeichen!
Böser Zauber wartet hier!
Will nicht wanken und nicht weichen.

Rebecca: [zu Guilbert:]
Bist du ein Ritter, rede Christ!
Rede, wenn ein Mann du bist!
Bei dem Kreuze des Gewandes,
Das du trägst, beschwör ich dich!
Bei dem Ruhme deines Standes,
Den du schändes, Frevler! Sprich!
Sprich die Wahrheit! Sprich, Verräther!
Sprich die Wahrheit! ich beschwöre
Dich bei deiner Mutter Ehre!
Bei dem Grabe deiner Väter!
Ist die Klage wider mich,
Wahrheit oder Lüge? Sprich!

Guilbert: [sprechend:]
Das Blatt! Das Blatt!

Chor:
Das Blatt! Das Blatt!

Beaumanoir:
[hebt rasch an, und der Chor stimmt] [ gesummt ? humming ? Here the score has parts for the chorus, but no vocalization]
Wehe! Wehe! nur das Blatt,
Steht vor seinem irren Geist,
Das den Zauberbann berweist,
Der ihn ganz unsponnen hat.

Rebecca: [die das Blatt gelesen gesprochen:]
"Einen Kämpfer ford're dir."

Beaumanoir:
Dieses Mannes Zeugniß spricht,
Dir zu Gunsten wahrlich nicht;
Nur zu deutlich sehen wir

Rebecca: [ihn unterbrechend.]
Wohl mir bleibt ein Mittel noch,
Selbst der Templer stolz Gericht,
Kann und muß es mir erlauben;
Lieb' ich gleich mein Leben nicht,
Ist es Gottes Gabe doch,
Und ich darf es mir nicht rauben,
Wo noch Rettung möglich ist;
Drum, ihr Richter, hö und wißt:
Hiermit reklär' ich wahr und frei,
Daß eure Anklag' Lüge sei,
Unschuldig weiß ich mich und rein,
Der Himmel wird mir Schutz verlein;
Und darum fordr'ich Gericht,
Wo Gott im Zweikampf Urtheil spricht.
Erhören wird der Herr mein Beten,
Mein Kämpe siegreich mich vertreten.

Beaumanoir:
Wer wird für eine Zaub'rin streiten,
Wer soll der Jüdin Kämpe sein?

Rebecca:
Gott wird den Kämpen mir bereiten,
Ihm meiner Unschuld Sieg verleihn.

Beaumanoir:
Wenn auch ein Kämpe möglich wäre,
Wer steht dem Kreuz, des Ordens Zier? !

Rebecca:
Der Herr allein giebt Gnad' und Ehre,
Der Herr allein ist Sonn' und Schild.

Beaumanoir:
Erzitt're vor des Ew'gen Grimme,
Arglist'ge, falsche Zauberin !

Rebecca:
Ich ford're Spruch durch Gottes Stimme
Heir werf' ich meinen Handschuh hin !
[Sie wirft den Handschuh in die Mitte des Platzes.]

/ Chor und Beaumanoir:
| Begeist'rung spricht aus dem Gesicht,
| Und würdevoll ist ihr Betragen,
| Sie will den Himmel selbst befragen,
| Und scheuet Gottes Urtheil nicht.
| Guilbert:
| Nun glückt es mir sie zu befrein !
| O koennt ich ihr nur heimlich sagen:
| Nun Liebchen, stille deine Klagen
| Ich werde selbst dein Kaempfe sein
| Rebecca:
| Mir glänzt ein ros'ger Hoffnungschein,
| Und mich durchzuckt's mit füßem Beden;
| Du rettetest ihm einst das Leben,
Es wird auch jetzt dein Kämpe sein.

Beaumanoir:
Wohlan, gebt mir den Handschuh her.
[Es geschieht]
Wer tritt als Kämpe für den Orden ein ?
Ihr ritter, sprechet: Wer?

Chor der Templer:
Bois Guilbert, soll der Kämpe sein !

Guilbert:
Wer? ich ! ha, nimmermehr !

Beaumanoir:
Ja, du sollst unser Kämpe sein !

Guilbert:
Ha! nimmermehr !

Beaumanoir:
Ja, du! dich haben laut die Brüder auserkohren,
[Dich haben laut die Brüder erkoren. -libretto]
Reicht ihm das Pfand.

Guilbert:
Weh' mir ! ich bin verloren !

[Malvoisin nimmt den Handschuh
und bringt ihn Guilbert wider Wißen-auf.]

Beaumanoir:
So nehme denn die Sache ihren Lauf,
Dir, Tochter Juda's geb ich auf,
Eh' noch der Sonne letzte Strahlen schwinden,
Muß sich ein Kämpfer für dich finden,
Erscheint er nicht, erliegt er in dem Streit,
Wirst du dem Flammen-Tod geweiht,

Rebecca, Beaumanoir, und Chor:
| Er, der hoch im Himmel thront,
| Böses strafet, Gutes lohnt,
| Wird der Wahrheit Sieg verliehn !
| Auf ihn bauen
| Im Vertrauen,
| Darf allein,
| Wer von Sünd' und Frevel rein.
| Guilbert:
| Verderben stürmet auf mich ein !
| Ich kann sie jetzt nicht mehr befrein
Will ich nicht selbst das Opfer sein.

Vorhang.

End des Zweiten Aktes

 

Dritter Aufzug

No. 14: Introduction

Chor:
Schlinget frohe Tänze,
windet Blumenkränze,
Freude herrsche rings umher;
Laß die Fahnen wallen,
Siegslieder schallen,
Zu des Königs Ruhm und Ehr.


Ballade.

Vers 1
Ivanhoe:
Wer ist der Ritter hochgeehrt,
Der hin den Osten zieht?
Wer ist's, vor deßen Flammenschwert
Der Muselmann entflieht,
Wer ist's, der dort im Siegesglanz,
auf Ptolomais steht?
Wer, deßen Stirn der Lorbeerkranz,
Bei Askalon umweht?
Du stolzes England, freue dich,
Dein Richard hoch und ritterlich,
Dein König! Dein König!
Der Tapfere Löwenherz.


Chor:
Du stolzes England, freue dich,
Dein Richard hoch und ritterlich,
Dein König! Dein König!
Der Tapfere Löwenherz.

Vers 2
Ivanhoe:
Wer ist es, deßen Tapferheit,
Jerusalem uns gab?
Wer bahnte kühn der Christenheit,
Den Weg zum heil'gen Grab?
Wer ist des Kreuzes erster Held?
Den selbst der Heide preis't?
Wer ist, den die erstuante Welt,
Den besten Ritter heißt?
Du stolzes England, freue dich;
Dein Richard hoch und ritterlich,
Dein König! Dein König!
Der tapfre Löwenherz.

Chor:
Du stolzes England, freue dich, usw..

Vers 3
Rowena:
Ach lange war das Vaterland,
Im blut'gen Haß geheilt,
Er schlang der Eintracht süßes Band,
Das alle Wunden heilt.
Und seht ihr ein beglücktes Paar,
Das Freudenthränen weint,
So ahnet ihr wohl, wer es war,
Der treü Lieb' verient,
Du glücklich england, freue dich,
Dein Richard hold und minniglich,
Dein König! Dein König!
Der edle Löwenherz.

Chor:
Du glücklich England, freue dich, usw..

Schlinget frohe Kränze,
Windet Blumenkränze,
Freude herrsche rings umher;
Laßt die Fahnen wallen,
Siegeslieder schallen,
Zu des Königs Ruhm und Ehr!
Zu des Königs Ruhm und Ehr!

No. 15 Lied des Narren

Wamba:
Es ist doch gar köstlich, ein König zu sein,
Es stürmen ja Freude und Ruhm auf ihn ein;
Gefiel mir das Leben als Karr nicht zu sehr,
So wollt' ich, mein Seel! das ein König ich wär'.
Wie stand nicht erst vor kürzem noch,
der Feind im Lande stolz und hoch,
Raum schallt des Königs Name her,
Stellt sich das Volkzu tapfrer Wehr,
Das schlägt den Feind und Alles schreit:
Hoch leb' des Königs Tapferkeit!


Drum ist es gar köstlich, ein König zu sein, usw..
Wie, schwur mein Herr nicht oft und laut.
Rie wird sie meines Sohnes Braut!
Der König spricht eind freundlich Wort,
So ist der alte Groll schon fort,
Er willigt ein - das frohe Paar,
Bringt lauten Dank dem König dar.

Drum ist es gar köstlich, ein König zu sein, usw.

 

No. 16: Pregheira

Rebecca:
Herr, aus tiefen Jammernöthen,
Hör' der Seele brünstig Flehn,
Laß mich nicht in Gram vergehn,
Höre, ach, erhor mein Beten.

Die mich schmähen, die mich haßen,
Schreiten groß und stolz einher,
Zahllos, wie der Sand am meer;
Ich bin hülflos und verlaßen.

Wenn ich meine Hände ringe,
Wenn ich wieine bitterlich,
Höhnen meine Feinde mich,
Niemand, der mir Trost nur bringe.

Seit ich lalle deinen Namen,
Bist du meine Zuversicht,
Herr, mein Gott, verlaß mich nicht,
Sende deine Hülfe, Amen.
[Pause.]

Wer klopft?


No 17. Recitativ und Duett.

Weh mir, du bist's? Kommst du,
Dich an den Leiden,
Die du erschus'st, Grausamer! noch zu weiden?

Guilbert:
Nein, Freund und Retter werden will ich dir!
doch tadle nicht, wenn ich zuvor dir sage:
Gefahr und Schmach und Schande bringht es mir,
Drum wenn ich alles für die Jüdin wage,
Beding' ich auch, das sie zu thun verspricht,
Was ich begehr'.

Rebecca:
Sprich, ich versteh' dich nicht.

Guilbert:
Sieh, erschein' ich in den Schranken,
Darf mein Waffenruhm nicht wanken,
Und du endest in den Flammen.
Kämpf ich nicht, ha, so verdammen
Mit und Nachwelt mich, zerbrochen
Wird mein Schild durch Henkershand,
Über mich die Acht gesprochen,
Pflicht und ehrlos ich genannt!

Und doch will ich alles tragen,
Heir zu Füßen schwör' ich's dir,
jedem Glücke gern entsagen,
Lächelst du nur freundlich mir,
Schmach und Schande acht' ich nicht,
Selbst das Leben feß ich ein,
Wenn nur deine Lippe spricht;
Du sollst mein Geleiter sein.

Rebecca:
Denk' an solche Thorheit nicht;
Faßt euch, Ritter, seid ein Mann!

Guilbert:
O, Rebecca, hör mich an!
Laß mein flehen dich erweichen;
Nur die Hoffnung nimm mir nicht,
Deine Lied' einst zu erreichen.

Rebecca:
Christ! bedenke deine Pflicht.
Ich die Jüdin, kann auf Erden,
Nimmermehr die Deine werden.

Guilbert
Du verschmähest meine Liebe!
Stolze Spröde! (Nun wohlan!)
Nur der Rache süßem triebe,
Weih' ich meine Seele dann.

Rebecca:
Ich verachte sund'ge Liebe,
Deiner Rache biet' ich Truß,
Folge deinem rohen triebe,
Gott im Himmel mein Schuß.

[Guilbert und Rebecca zusammen.]
| Guilbert:
| Nur der Rache sueßem Triebe,
| Weih ich meine Seele dann.

| Rebecca
| Folge deinem rohen Triebe,
| Gott im Himmel ist mein Schuß

| Guilbert:
| Wenn der flammen dunkle Glut,
| Dich umfaßt mit wilder Muth,
| Wenn du mußt mir Höllenquallen,
| Deinen Übermuth bezahlen,
| Ha! dein Gott befreit dich nicht.

| Rebecca
| Selbst noch in der Flammen Glut,
| Soll mein Herz mit freud'gem Muth,
| Dankend sich zu Gott erheben,
| Siegreich dir zu widerstehen.

Trompetenstoß hinter den Scene.

/ Guilbert:
| Horch! schon tönet die Trompete,
| Ha, dein Gott befreit dich nicht.
| Fort denn, fort zum Blutgericht.
| Rebecca
| Zittre! Frevler! Bösewicht!
| Seine Wunder wirst du sehen,
Er verläßt die Seinen nicht.

No. 18: Finale

Beaumanoir:
Hier steht der tapfre Ritter Bois Guilbert,
Bereit mit jedem Ebenbürtigen zu streiten,
Der für die Jüdin will den Kampf bestehen,
Den das Gefeß, ihr gnadig zürkannte.
Du, Herold, laß die Aufford'rung erschallen.

Dreimaliger Trompetenstoß.
Tiefe Pause

Kein Kämpfe zeigt sich für Angeklagte.
[zu Rebecca:]
Hast du den Kämpfen, Jüdin, dir erwählt,
Der Heute wird für deine Sache streiten?
Sprich! ober unterwirfst du dich dem Urtheil,
Das wir gefällt, als wohlverdienter Strafe?

Rebecca:
Gott wird mir den Kämpfen schicken,
Ich bin schuldlos. Jede Frist
Forb're ich, die gefeßlich ist,
Gläubig will ich aufwärts blicken,
Ob er mir sein Wort erfülle,
Das er Schuß der Unschuld sei.
Ist die leßte Frist vorbei,
So gescheh' sein heil'ger Wille.

Beaumanoir:
Was das Gefeß gestattet, werde dir,
Gerechtigkeit was stets des Ordens Zier;
Wir harren bis zum spät'sten Abendroth,
Der Sonne Scheiden kündet dir den Tod.

Pause

Guilbert:
Rebecca, wende dich zu mir.

Rebecca:
Hinweg! ich habe seinen Theil an dir.

Guilbert:
Im Feiber pocht mein Herz, dumpf in meinen Sinn,
Kaum weiß ich was ich thu, und wo ich bin,
Der Holzstoß dort, die Schranken, du und ich
Ein böser Traum, so scheint's, umgaukelt mich.

Rebecca:
Mein Geist und Sinn faßt klar so Ort als Zeit:
Der Holzstoß dort, er ist für mich bereit,
Du bist mein Feind, durch dich droht mir Verderben,
Nur kurze Frist, so muß ich qualvoll sterben.

Guilbert:
Ha nimmermehr! ha nimmermehr!
Rebecca hör':
Ich will dir Leben
Und Freiheit geben.
Erschreckt dich die Menge?
Ha, rasch durch's Gedränge,
Entführe ich,
Feinsliebchen (fein's Liebchen - score), dich.

Rebecca:
Zurück Versucher! fort von mir!

Guilbert:
Nicht fern von hier,
Beim Knappentroß,
Da harrt mein Roß;
Nur rasch davon! Und lange schon,
Eh' sie sich besinnen,
Bist du von hinnen.

Rebecca:
Selbst in der höchsten Todesangst,
Erfüll' ich nicht, was du verlangst;
Auf gott vertrau' ich, fluche dir,
Zurück, Versucher! fort von mir!

Guilbert:
Ein kalter Trost durchschaürt mein Gebein,
Und Wahnsinn stürmt, ich fühl' es, auf mich ein.

Beaumanoir:
Sprich, hat die Zauberin ihre Schuld bekannt,
Wie, oder steht sie fest auf ihren Sinn?

Guilbert:
Ihr habt das rechte Wort genannt:
Ja, sie ist fest, die holde Zauberin;
Sie springt vom höchsten Thurm hinab,
Kalt blickt sie in das offne Grab,
Sie scheut selbst nicht den Flammentod!
Der endet freilich alle Roth!
Mir wird das wenig frommen
Halloh! Halloh! will denn kein Kämpe kommen?
Pause.

Beaumanoir:
Länger werden stets die Schatten,
Immer tiefer sinkt die sonne;
Wenige Minuten noch,
Und zu Ende ist die Frist.

Chor:
Wehe armes Mädchen, wehe!
Gott erbarm' sich deiner Roth!
Ach, sein Kämpe will sich zeigen,
Unvertheidigt mußt du steigen,
Ärmste, in den Flammentod.

Rebecca:
Vater zu die rufe ich!
Weihe mich nicht dem Verderben!
Sei barmherzig, rette mich!
Sterben laß mich nicht! Nicht sterben!

Beaumanoir:
Ihr Sclaven, zündet nun den Holzstoß an!
Zu Gottes Ehren lodr' er Himmelan,
Die Sonne, Jüdin, ist dem Scheiden nah,
Mach dich bereit, der Augenblick ist da.

Trompetenstoß hinter den Scene.

Chor:
Ein Kämpe naht! hurrah! hurrah!
Willkommen hier, viel Glück und Heil!
Ein wackrer Kämpe naht sich da!
Dem Tapfern werde Sieg zu Theil!
Heil! Heil dir! Glück und Sieg! Hurrah!

Guilbert:
Komm an! komm an! du feiger Wicht!
Schon einen traf der Rache Strahl,
Denn ungestraft läßt Guilbert nicht
Sich rauben seines Herzens Wahl.

Rebecca: [Außer sich vor Freuden:]
Er ist's! er ist's! er muß es sein!
Dank dir, o Gott, aus freud'ger Brust!
Ach, deine Prüfung war nur klein,
Und wie unendlich ist die Luft!

Ivanhoe schreitet unter
dem Gejauchze geharnischt und mit geschloßenem Visir durch die Schranken, und neigt sich vor dem Großmeister.

Beaumanoir:
Kommst du zum Kampf für die Beklagte hier,
So nenne deinen Stand und Namen mir.

Guilbert:
Ihr Buhle bist du, ja ich kenne dich!
Schlau wußtest du ihr Herz mir zu entwenden;
Du wirst nicht triumphiren ünber mich,
Mein Stahl soll bald dein Leben enden.

Ivanhoe:
Ein beß'rer Ritter wohl als du,
Bin ich. Wilfred von Ivanhoe!

Beaumanoir, Ritter, Volk:
Wilfred von Ivanhoe!

Rebecca:
Mein Glaube täuscht mich nicht!

Guilbert:
Ha ha! komm an! komm an!

Ivanhoe:
Und ich behaupte kühn und frei,
Daß die Beklagte schuldlos sei;
Dich nenn' ich aller ehren baar,
Entführer! Räuber! Mörder gar!
Mit meinem Schwert will ich's verheiden,
Und Gott im Himmel mög' entscheiden.

Beaumanoir:
Nun so beginne denn der Streit,
Nach Rittersitte. Seid bereit!

[Guilbert und Ivanhoe rüsten sich zum Kampf.]

Trompeter blase! Nun wohlan,
In Gottes Namen fanget an.

[Der Kampf beginnt. Der erste Gang führt zu nichts. Beim zweiten holt Guilbert zu einem fürchterlichen Hiebe aus, stürzt aber mit diesem Schlage in sich selbst zusammen.]

Chor:
Ha seht! er stürzt! Sieg! Sieg!

Ivanhoe: [sein Schwerdt auf Guilberts Brust setzend.]
Bekenne oder stirb!

Beaumanoir:
Halt ein! er ist besiegt.

Rebecca:
Dank dir, Gott Abrahams!

Beaumanoir:
Ha! leblos liegt er da, doch unversehrt
Von Feindes Schwert;
Ein Gottes Urtheil, wie ich keines sah!

Ivanhoe: [zu Rebecca:]
Du hast mich einst vom Tod' befret,
Schuldlos gekränktes Wesen.
Laß mich aus Pflicht der Dankbarkeit,
Jetzt deine Feßeln löfen.

Rebecca:
Wie lieb' ich diese Feßeln hier,
Die Bosheit mir gegeben,
Denn ihr seid mein Erretter, ihr!
Euch danke ich dies Leben.

Chor:
Ha seht, des Königs Fahnen wallen!
Umringt von seines Reichs Vasallen,
Rah't er dem Platz in Haft'ger Eil'?
Heil Richard! unserm König Heil!

Richard: [zu Ivanhoe:]
Sprich war es recht, das du zum Kampf geeilt,
Da du von schweren Wunden kaum geheilt,
Als Sieger grüß' ich dich, doch lob' ich nicht,
Daß du die Freunde konntest so betrüben.

Ivanhoe:
Die Unschuld beschüßen und Dankbarkeit üben,
Ist jedes ächten Ritters Pflicht.
[Rowena umarmt Ivanhoe.]

Richard
Nun wohl, du kannst den schönsten Dank ja lesen,
Im Aug' der Braut für deine Heldenthat.
[zu Rebecca:]
Doch welchen Lohn willst du, du holdes Wesen,
Das ungerecht so viel gelitten hat?

Rebecca: [schmerzlich:]
Was kann ich wollen? Ich!

Ivanhoe:
Ja, nenne deinen willen,
Was du verlangst, der König wird's erfüllen.

Rebecca:
Ich seh' euch von liebenden Armen umflochten,
Ich sehe euch glücklich, des freu' ich mich sehr,
Ihr habt ja für mich, für die Jüdin gefochten!
[schmerzlich:] Was will die arme Jüdin mehr.

Richard:
Euch stolze Templer, frag' ich jetzt:
Wer har zum Richter euch in meinem Reich gesetßt??
Ich bin heir König! ich allein,
Und strenger Feind will ich der Willführ sein.

Schlußchor:
Laßt lauten Jubelruf erschallen,
Daß Berg' und Thäler wiederhallen,
Und freudig jauchzt es Himmelwärts:
Hoch lebe Richard Löwenherz!

Vorhang.

Ende