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Libretto list

Trompeter Sakkingen Libretto

Personen

DER GRAF VON WILDENSTEIN (Bass)
GRÄFIN VON WILDENSTEIN, seine geschiedene Gattin und Schwägerin des Freiherrn von Schönau (Alt)
DAMIAN, der Sohn des Grafen aus zweiter Ehe (Tenor)
DER FREIHERR VON SCHÖNAU (Bass)
MARIA, seine Tochter (Sopran)
WERNER KIRCHDORFER, ein Student (Bariton)
KONRADIN, ein Landsknecht (Bas)
DER REKTOR (Bass)
DER HAUSHOFMEISTER (Bariton)

CHOR
Studenten, Landsknechte, Soldaten, Dienerschaft, Bauern, Volk


VORSPIEL

Der Heidelberger Schlosshof.

Nr. 1 - Studentenlied und Landsknechts-Chor

CHOR DER STUDENTEN
»Alt Heidelberg, du feine,
Du Stadt an Ehren reich,
Am Neckar und am Rheine
Kein' andre kommt dir gleich.

Stadt fröhlicher Gesellen,
An Weisheit schwer und Wein,
Klar ziehn des Stromes Wellen,
Blauäuglein blitzen drein.

WERNER
Und kommt aus lindem Süden
Der Frühling über's Land,
So webt er dir aus Blüthen
Ein schimmernd Brautgewand.

Auch mir stehst du geschrieben
Ins Herz gleich einer Braut,
Es klingt wie junges Lieben
Dein Name mir so traut.

CHOR DER STUDENTEN
Und stechen mich die Dornen,
Und wird mir's drauss zu kahl,
Geb' ich dem Ross die Spornen
Und reit' ins Neckarthal!«

CHOR DER LANDSKNECHTE
Ha! ha! ha! ha! ha! ha!

CONRADIN
Worauf wollt ihr denn reiten?
Habt ja kein Ross im Stall,
Habt ja kein Schwert zum Streiten.
Seid Federfuchser all'!

CHOR DER LANDSKNECHTE
Ha! ha! ha! ha! ha! ha!

CONRADIN
Da schaut den schmucken Landsknecht an:
Vom Kopf zum Fuss ein ganzer Mann,
Trägt Sporn und Hieber nicht zum Staat,
Mit Herz und Hand ist er Soldat.
Ihr müsst sitzen, ihr müsst schwitzen,
Im Colleg die Ohren spitzen,
Während wir zu Kampf und Siegen
Hoch zu Ross die Welt durchfliegen.

CHOR DER LANDSKNECHTE.
Wohlauf, Kameraden, mit fröhlichem Muth,
Feinsliebchen im Herzen, die Feder am Hut,
Im goldgelben Wamms, mit dem Schwert in der Hand,
Auf wieherndem Rosse ins weite Land!

HAUSHOFMEISTER
Aber - aber, meine Herren,
Welche nächtlich arge Störung!
Just als gäb' es hier Empörung,
Oder höllische Verschwörung!

CHOR DER STUDENTEN
In Ermanglung and'rer Geister
Kommt der Haus- und Kellermeister!
Mitternacht muss nahe sein.
Ha! ha! ha!

HAUSHOFMEISTER
Meine Herren, haltet ein!
Welche rohen Burschensitten!
Die Frau Kurfürstin lässt bitten,
Ihren Schlummer nicht zu stören
Und sich aus dem Schloss zu scheeren.

CHOR DER STUDENTEN
Hurrah, die Frau Kurfürstin!
Sicher wär's nach ihrem Sinn,
Wenn wir ihrer noch gedächten
Und ihr gleich ein Ständchen brächten.

EINIGE STUDENTEN
Ja, wahrhaftig, klug gedacht!
Sang und Klang bei stiller Nacht,
Der entzückt ja stets die Frauen.

ANDERE STUDENTEN
Doch wer wird sich wohl getrauen,
Ihre Durchlauchtigsten Gnaden
Kühnlich anzuserenaden?

ALLE STUDENTEN
Bruder Werner, du allein
Kannst den Worten Töne leihn -
Spielst die Gambe, bläs'st die Flöte
Und zumal erst die Trompete - -

WERNER
Die Trompete? - Ja, fürwahr:
Reicht mir 'ne Trompete dar!
Hab' in den Zigeunerhorden,
Drin ich aufgezogen worden,
Das Trompeten gut gelernt.
Gieb mir dein Kriegshorn, Spielgesell,
Du alter, wack'rer Degen, -
Im Mondstrahl blitzt es zauberhell
Und lockend mir entgegen.

Nr. 2 - Ensemble, Trompeterlied und Serenade

CONRADIN
Solch' einem schmucken Herrn
Hilft jeder Landsknecht gern! -
Zwar ist wohl für die hohe Kunst
Mein Kriegshorn nicht gemacht,
Doch hat es mir des Feldherrn Gunst
In mancher Schlacht gebracht.
Hei, wenn's so in die Schweden klang:
»Zum Sturme - vorwärts marsch!«
Dann tönt es, wie ein Schlachtgesang,
Aus tausend Kehlen barsch:
»Haut zu, haut zu und schont sie nicht,
Bis euer Schwert in Stücke bricht!«
Doch nicht beim Reiterangriff nur
Ertönt' es auf des Feindes Spur,
Frisch zur Reveille schallt es früh,
Und erst am Abend spät für sie - -
So tön' auch nun zum Lied sein Klang,
Das einstmals Pfalzgraf Friedrich sang.

CHOR DER STUDENTEN UND LANDSKNECHTE
»Ich kniee vor Euch als getreuer Vasall,
Pfalzgräfin, schönste der Frauen!
Befehlet, so streit' ich mit Kaiser und Reich,
Befehlet, so will ich für Euch, für Euch
Die Welt in Fetzen zerhauen.
Ich hol' Euch vom Himmel die Sonn' und den Mond,
Pfalzgräfin, schönste der Frauen!
Ich hol' Euch die Sterne sonder Zahl,
Wie Fröschlein sollt Ihr die funkelnden all'
Gespiesst am Degen erschauen.
Befehlet, so werd' ich für Euch zum Narr,
Pfalzgräfin, schönste der Frauen!
Ja, Narre bin ich schon sonder Befehl,
Das Sonn'licht blendet mich allzuhell
Von Euren zwo Augen, den blauen.«

HAUSHOFMEISTER
Gegen Geister hilft der Pater,
Wasser gegen Katz' und Kater:
Wenn wir doch ein Mittel kennten
Gegen Landsknecht' und Studenten!
Die Frau Kurfürstin will schlafen,
Der Senat soll euch bestrafen; -
Geht ihr nicht, so schick' ich schnell
Noch zu Rector und Pedell.

DIE STUDENTEN
Zum Pedell? Hei duida!
Nennst du ihn, gleich ist er da.
Pedelle sind der Segen
Von jeder Zeit,
Im Sonnenschein und Regen
Zum Fang bereit.
Sie essen nicht,
Sie trinken nicht,
Vergessen nicht
Des Dienstes Pflicht:
Pedelle sind der Segen
Von jeder Zeit.

HAUSHOFMEISTER
Seht mir solche frechen Rotten
Selbst die Obrigkeit verspotten.
Sucht das Weite! macht euch fort!
Hier ist wahrlich nicht der Ort,
Noch bei Nacht zu commerciren; -
Will den Rector gleich citiren!

Nr. 3 - Duettino (Die Werbung)

CONRADIN
Ei, ei, Jungbürschlein wohlgemuth,
Du bläs'st ja wie ein Stabstrompeter!
In dir steckt echtes Reiterblut,
Du bist zu gut für Tint' und Feder.
Es fehlt zum Landsknecht, glaube mir,
Nur Federhut und Säbel dir.
Lass dich mit meinem Hut' mal schmücken!
Trink' aus dem Humpen, Kamerad,
Auf uns're Rotte - - dann bist du Soldat!

WERNER
Lasst ab! lasst ab! es ist mir bekannt,
Die Werbertrommel geht durchs Land; -
Ihr könntet selbst ja Werber sein.

CONRADIN
Ich, Werberoffizier! - O nein!

WERNER
Ein Reitersmann möcht' ich wohl sein;
Allein mein alter Pflegevater,
Der mich von den Zigeunern kaufte
Und dann auf seinen Namen taufte
Und hier an uns'rer alma mater
In beiden Rechten ist Professor,
Der möchte gern, ich würd' Assessor.

CONRADIN
Ei, Respect vor der Carrière!
Nun, so nimm dein Corpus juris,
Setz' dich auf die Bank und höre,
Wie vom Herrn Professor wird
Altes röm'sches Recht docirt.

WERNER
Römisches Recht, die grösste der Plagen?
Ach, ich hab' es längst im Magen! -
Möchte in die Ferne schweifen,
Wo der Mond die Nebel küsst,
Kühn die weite Welt durchstreifen,
Bis ein holdes Lieb mich grüsst.
Möcht' auf muth'gem Rosse jagen,
Kämpfen kühn mit dem Geschick,
Bis zwei liebe Augen sagen:
Ruhe aus, hier winkt dein Glück!
Nun, so kenn' ich meine Pflicht:
Auf, ergreift mir den, Soldaten!

WERNER
Burschen 'raus!

DIE LANDSKNECHTE
D'rauf Kameraden!

CONRADIN
Ei, der kann's ja wie ein Reiter!

DIE STUDENTEN
Burschen drauf!

RECTOR MAGNIFICUS
Haltet ein! nicht weiter!

HAUSHOFMEISTER
Seht Ihr es, Magnificenz?
Klar wird's Euch zur Evidenz:
Eure academ'sche Jugend
Ehrt nicht Ruh', noch Bürgertugend; -
Excernirt und excludirt.

EINIGE STUDENTEN
Relegirt und exmittirt?

ANDERE
Excernirt und excludirt?

RECTOR
Alle - Alle relegirt!

WERNER
Relegirt von Bank und Schulden?

STUDENTENCHOR
Relegirt? O Schreckenswort!
Heidelberg, wir müssen fort!
Musenstadt, dir muss ich klagen
Was dein Strafgesetzbuch spricht:
Nachtigallen dürfen schlagen,
Doch Studenten dürfen's nicht.

WERNER
Herr Rector magnificus,
Bringt dem Carcer unsern Gruss:
Nimmer sperrt Ihr uns mehr ein,
Wollen freie Reiter sein!

CHOR DER STUDENTEN
Nimmer sperrt ihr uns mehr ein,
Wollen freie Reiter sein!

WERNER
Ja, freie Reiter! - Nun wohlan,
Gebt her das Kriegshorn, den Hut mit der Feder -
Mein Handgeld her! Bin Reitersmann
Und wohlbestallter Kriegstrompeter.

ALLE
Wohlauf, Kameraden, mit fröhlichem Muth,
Feinsliebchen im Herzen, die Feder am Hut,
Im goldgelben Wamms, mit dem Schwert in der Hand,
Auf wieherndem Rosse ins weite Land!

Wo Muth, da ist Kraft, und wo Kraft, da ist Macht;
Je dichter der Feind, desto heisser die Schlacht;
Je heisser die Schlacht, desto kühler 's Quartier:
Stets vorwärts weht lustig des Landsknechts Panier!

Der Vorhang fällt.

ERSTER AKT

Nr. 6 - Bauerntanz und Chor

Nr. 7 - Ensemble und Rezitativ

Nr. 8 - Rezitativ, Ensemble und Duettino

Nr. 9 - Finale

Nr. 10 - Die Arie vom Zipperlein

Nr. 11 - Rezitativ, Melodram und Ariette

Nr. 12 - Terzett

Nr. 13 - Rezitativ, Notturno und Lied

Nr. 14 - Quartett, Lied und Finale


ZWEITER AKT

Nr. 15 - Rezitativ und Lied

Nr. 16 - Rezitativ, Duettino und Lied

Nr. 17 - Quartett

Nr. 18 - Liebesduett

Nr. 19 - Doppel-Ensemble

Nr. 20 - Quintett

Nr. 21 - Das Maifest

Nr. 22 - Finale


DRITTER AKT

Nr. 23 - Arie

Nr. 24 - Quintett und Lied mit Chor

Nr. 25 - Ensemble und Schlachtgesang

Nr. 26 - Finale