Libretto list

Die Zwillingsbrüder Libretto

DIE ZWILLINGSBRÜDER
Singspiel in einem Aufzuge
nach dem Französischen
von
Georg Ernst Hofmann
Musik von
Franz Schubert 


Der Schulze - Baß
Lieschen, seine Tochter - Sopran
Anton, ihr Bräutigam - Tenor
Der Amtmann - Baß
Franz und Friedrich Spieß, Invaliden - Bariton
(Franz trägt eine Binde über das rechte, Friedrich über das linke Auge)
Landleute

In einem rheinischen Dorf, Beginn des 19. Jahrhundert.

OUVERTURE

1. SZENE 
Eine ländliche Gegend. Links im Vordergrunde des Schulzen Haus. Vor demselben eine Linde, darunter ein Tisch und eine Bank. Anton. Landleute. (Sammeln sich vor dem  Hause des Schulzen. Es beginnt zu tagen).

N. 1. Introduktion

    CHOR:
Verglühet sind die Sterne,
Der Morgen graut,
Die Sonne ist nicht ferne,
Erwache, o Braut!
    ANTON:
Ihr Glanz wird bald bescheinen
Das hochentzückte Paar,
Auf ewig uns vereinen
Am festlichen Altar.
    CHOR:
Ihr Glanz, usw.
    ANTON:
Und Lieschen kann noch säumen,
Beglückte Liebe wacht,
Entsage nun den Träumen,
Da Wirklichkeit Dir lacht.
    CHOR:
Und Lieschen, usw.
Verglühet sind, usw.

    ANTON:
Freundlich weckten wir die holde Braut. Habt Dank, geliebte Freunde ! Am Hochzeitsmahle finden wir uns wieder; jetzt bin ich mir allein genug.
    CHOR:
Auf Wiedersehen ! (Die Landsleute entfernen sich).
    ANTON:
Endlich erschien Lieschens 18. Geburtstag, der lange ersehnte Tag unsrer Verlobung.

II. SZENE 
Anton, Lieschen (aus dem Hause).

    LIESCHEN:
Anton!
    ANTON:
Lieschen! Aber so zu schlafen!
    LIESCHEN:
Wer sagt dir, daß ich schlief? Im Bette lag ich zwar, doch wachend, sinnend.
    ANTON:
Sinnend? Worüber?
    LIESCHEN:
Ach, Anton! Wie du noch fragen magst! Als ob eine Braut nicht allerlei zu sinnen hätte. An dich, an mich, an die Vergangenheit, an heute, an die Zukunft dachte ich und verlor mich in wunderbaren Gedanken.
    ANTON:
Ich bitte dich, laß die Gedanken ! Wer denkt im Glücke?
    LIESCHEN:
Anton, das verstehst du nicht. Muß ich nicht von morgen an an das Haus besorgen?
    ANTON:
Ich unterstütze dich.
    LIESCHEN:
Hat eine Hausfrau nicht Tag und Nacht Geschäfte?
    ANTON:
Ich teile die Arbeit.
    LIESCHEN:
Ist es nicht möglich, daß wir Gesellschaft erhalten?
    ANTON:
Daran zu denken finden wir Zeit. Lieschen, sieh', ich handelte. Dies Sträußchen Blumen pflückte ich der lieben, 18jährigen Braut. Ein ärmliches zwar, doch dein Herz wird die Gabe nicht verschmähen.
(Überreicht ihr ein Sträußchen).

N. 2. Duett

    ANTON:
Vor dem Busen möge blühen,
Was die Liebe dir verehrt,
Aber in des Herzens Tiefe
Sei ein Plätzchen mir gewährt.
    LIESCHEN:
Wenn schon lange welkt das Sträußchen
Vor der ewig treuen Brust,
Lebe noch im Herzensgrunde
Der Geliebte, meine Lust.
    LIESCHEN, ANTON:
Liebe trotzt den Elementen,
Sie, die eine Welt sich schafft.
Freude lehrt sie neue Freude;
Leiden giebt sie Riesenkraft.    
    LIESCHEN:
Seufzend zählte ich die Tage,
Ach! Die böse Zeit sie schlich;
Tage wurden mir zu Jahren,
Denn nach Stunden zählte ich.
    ANTON:
Seufzend zählte ich die Stunden,
Ach! Sie hatten Tagesfrist;
Jenem wachsen sie zu Jahren,
Der sie nach Sekunden mißt.
    LIESCHEN, ANTON:
Doch wohl uns, wir sind am Ziele
Sie verstrich, die lange Zeit.
O Himmel, jetzt gieb unsern Tagen
Dauer einer Ewigkeit.

III. SZENE 
Vorige. Der Schulze (aus dem Hause).

    SCHULZE:
Meine Tochter, Guten Morgen!
    LIESCHEN:
Guten Morgen, Mein Vater!
    ANTON:
Guten Morgen, Herr Schulze!   
    SCHULZE:
Lieschen, Lieschen, schon so früh auf, meine Tochter?
    ANTON:
Ich weckte sie.
    SCHULZE:
Wirklich?
    LIESCHEN:
Ja, Vater! Allerliebst weckte mich Anton.
    SCHULZE:
Ei, ei ! Allerliebst?
    ANTON:
Ein Ständchen brachte ich ihr vor dem Fenster.
    SCHULZE:
Durch eine Mauer hast du sie aufgeweckt? Gut, das mag hingehen.
    LIESCHEN:
Und durch die Mauer flog ich ihm entgegen. Mein 18. Geburtstag wollte gar nicht erscheinen.
    SCHULZE:
Dein Verlobungstag, willst du sagen.
    ANTON:
Ein bißchen Eigensinn war es denn doch, daß Ihr uns 18 Jahre warten ließet.
    SCHULZE:
Die Pflicht gebot mir, so zu handeln und auf Pflicht soll Obrigkeit halten. Hört, Kinder : Heute vor 18 Jahren wurde mir meine Tochter geboren. Da tritt mein Nachbar, der junge Spiess, zu mir und spricht : "Freund, heute werde ich großjährig, und da ich entschlossen bin, die Welt zu durchlaufen, gehe ich noch diesen Abend fort, meinen Zwillingsbruder aufzusuchen. Schulze! Laß meinen Abzug durch eine löbliche Handlung bezeichnen. Ich will Patenstelle bei deinem Töchterlein vertreten und tausend Thaler als Brautschatz für die Kleine gerichtlich hinterlegen mit dem Beding, daß, wenn ich binnen 18 Jahren zurückkehre, selbe meine Gattin werde, versteht sich, wenn ich Gefallen an dem Mädchen finde."
    ANTON:
Ach, am Gefallen würde es nicht fehlen.
    LIESCHEN:
Aber zurückgekommen ist er nicht.
    SCHULZE:
Und wird auch wahrscheinlich nie zurückkehren; denn, wie ich zuverlässige Nachrichten habe, sind beide Spiesse im französischen Kriegsdienste geblieben.
    LIESCHEN:
So ist doch der Krieg zu etwas gut!
    SCHULZE:
Lieschen!
    ANTON:
Nichts steht also unsrer Verbindung entgegen.
    SCHULZE:
Heute ist eure Verlobungstag. Anton kommt jetzt mit mir zum Amtmann, um die Erhebung der tausend Thaler einzuleiten. Obgleich das Mädchen noch ein Kind ist! Komm, Anton.
(Beide ab).
    LIESCHEN (allein):
Wie war das ? Kind soll ich noch sein ? Vater, du irrst!

N. 3 Arie

    LIESCHEN:
Der Vater mag wohl immer Kind mich nennen,
Ich weiß, daß ich kein Kind mehr bin;
Wo wäre denn mein kindlich froher Sinn?
Der Busen glüht, die Wange fühl' ich brennen,
Ich weiß, ich weiß,  usw.

Sonst flog ich, kaum von Vögeln zu erreichen
Und sang mein Lied wie sie aus froher Brust.
Doch jetzt, der Schnecke gleich, sieht man mich schleichen,
Und Seufzer schwellen mir die Brust;
Ich weiß, usw.

Sonst hörte ich mein Taubenpärchen girren,
Ich sah die Zärtlichen und freute mich.
Doch jetzt, ihr süßes Spiel kann mich verwirren;
Ich fühle, o was fühle ich?

Diese Sehnsucht, dieses Ahnen,
Dieses Brennen, dies Wohl und Weh
Fühlt nicht des Kindes froher Sinn.

Der Vater mag wohl immer Kind mich nennen,
Ich weiß, daß ich kein Kind mehr bin.
Kind? Ich weiß, daß ich, usw.

IV. SZENE 
Franz Spiess (tritt auf).

    FRANZ:
Endlich bin ich am Ziele ! Die Hitze, der Staub, die Steine und erst diese verdammten Berge ! Nur Narren können Fußreisen loben. Wie ganz anders reist man auf dem Meere, wenn dienstfertige Winde die Segel schwellen, und...- Wohl mir, am Ziele bin ich nun.- Ein freundliches, liebes Dörfchen!

V. SZENE  
Franz. Der Schulze (kommt in Gedanken).

    SCHULZE:
Guten Morgen!
    FRANZ: (schlägt dem Schulze auf die Achsel).
Guten Morgen! Schulze ! Nun, was staunst du so? Erkennst du mich nicht mehr? Hab' ich dich doch gleich erkannt. Franz Spiess heiße ich. Schulze, hast du die Sprache verloren?
    SCHULZE:
Überrascht bin ich, Herr Spiess. Die Nachrichten haben gelogen; man glaubte Sie tief im Meere vergraben.
    FRANZ:
Doch bin ich glücklich und wohlbehalten, nur ohne mein rechtes Auge.
    SCHULZE:
Vortrefflich! Erzählen Sie ! Reisebeschreibungen sind mein Element. Sagen Sie, fanden Sie Ihren Zwillingsbruder, den lieben Friedrich wieder?
    FRANZ:
Ach, meinen Bruder ! Umsonst suchte ich ihn in ganz Frankreich. Mit seinem Regimente war ins Feld gegangen. Und da nahm auch ich Kriegsdienste an und mein Regiment wurde eingeschifft. Zehn Stürme und drei Schiffbrüche erlebte ich.
    SCHULZE:
Und sind nicht ertrunken?
    FRANZ:
Ach! Es fehlte nicht viel. Unser Schiff war entmastet, zwei Korsaren verfolgten uns und an Verteidigung war nicht zu denken. Da warf unser Kapitän - ein braver Bursche!- die brennende Lunte in die Pulverkammer - Puff! Paff! donnerte es fürchterlich und wie ein Ball flog ich in die Luft.
    SCHULZE:
Und sind nicht erstickt?
    FRANZ:
Es fehlte nicht viel. Ich stürzte in die See und ein verdammter Stück von Steuerruder traf mich unsanft am Haupte und tot war ich, mausetot!
    SCHULZE:
Aber nun leben Sie wieder?
    FRANZ:
Ja, ja! Die Teufelskorsaren fischten mich aus dem Meer, brachten mich ins Leben zurück und verkauften mich in Algier.
    SCHULZE:
Lieber Himmel, auch diesen Räubern entkamen Sie glücklich? Sie sollten ewig auf dem Meere bleiben, während wir gewöhnliche Menschen im Trocknen uns vergraben.
    FRANZ:
Feige Memme! Eine herrliche Lust ist es um eine solche Seereise !
    SCHULZE:
Wenn es stürmt ?
    FRANZ:
Dann geht's im Fluge!
    SCHULZE:
Wenn es blitzt?
    FRANZ:
Dann wird's hell!
    SCHULZE:
Wenn es donnert?
    FRANZ:
Himmlische Musik!

N. 4. Arie

    FRANZ:
Mag es stürmen, donnern, blitzen,
Öffnen mag die See den Schlund.
Auf der Wasserberge Spitzen
Und des Meeres tiefstem Grund
Zeigt der Schiffer hohen Mut,
Trotzen der erzürnten Flut.

Schwankend, doch mit Pfeilesschnelle
Fliegt das leichte Bretterhaus.
Auf die schaumbedeckte Welle
Blickt der Seeheld kühn hinaus;
Und befiehlt mit festem Wort,
Steuert in den sichern Port.

    FRANZ:
Und nun sage mir, Freund : wo ist deine Tochter, meine Braut? Alle Wetter! Du solltest doch nicht wortbrüchig geworden sein?
    SCHULZE:
Wertester Herr Spiess, mein Wort ist mir heilig. Meine Tochter ist bis zur Stunde noch ledig.
    FRANZ:
Wohlan, führe mich zu ihr.
    SCHULZE:
Halt ! Das arme Mädchen muß erst vorbereitet werden; sie könnte ohnmächtig werden vor Freude.
    FRANZ:
Keine Ausflüchte ! Wo ist sie?
    SCHULZE:
Herr Spiess ! Lieber Herr Spiess!
    FRANZ:
Lieschen!

VI. SZENE 
Vorige. Lieschen (aus dem Hause).

    LIESCHEN:
Welch Getöse ! Wer ruft?
    FRANZ:
Ich, liebes Kind!
    LIESCHEN: (verlegen)
Vater-
    SCHULZE: (ebenso)
Tochter-
    FRANZ:
Alle Wetter, schön bist du geworden! Du gefällst mir. Komm her, laß dich küssen.
(Er will sie küssen, Lieschen sträubt sich).

VII. SZENE 
Vorige. Anton (eilt rasch herbei und stürzt sich zwischen  Beide).

    ANTON:
Heda! Was geschieht?
    FRANZ:
Was sehr Natürliches. Meine Braut will ich küssen.
    ANTON:
Seine Braut?!
    SCHULZE:
Ja, so ist es. Herr Spiess kommt zurück, aus der Luft, aus dem Wasser, aus dem Meer, aus Algier-
    FRANZ:
Jetzt beginne ich zu begreifen! Jetzt erkläre ich mir die Ohnmacht!

N. 5. Quartett

    FRANZ:
Zu rechter Zeit bin ich gekommen,
Zu spät vielleicht, es scheint zu spät.
    SCHULZE:
Er deute sich zu seinem Frommen,
Was warnend ihm vor Augen steht.
    LIESCHEN:
Ich stehe, wie vom Blitz getroffen,
Der böse Spiess, weh' uns, er kam.
    ANTON:
Verzage nicht, o laß uns hoffen,
Dein Anton bleibt dein Bräutigam.
    LIESCHEN, ANTON:
Im Sturme laß uns mutig steh'n.
Wer trennt treue Herzen?
    FRANZ:
Wie zärtlich dort die Täubchen stehen;
Bin ich der Bräutigam, ist's er?
    SCHULZE:
Wie wird es mit der Hochzeit geh'n?
Ist jener Bräutigam, 'ist's er?
    LIESCHEN, ANTON:
Daß wir uns lieben, mag er ja sehen,
Der Störenfried, der Satan der.
    FRANZ:
Wie mitleidsvoll sie auf mich sehen,
Die Schelmin die, der Satan der.
    SCHULZE:
In Luft und Meer kann er besteh'n,
Aus Algier kommt er glücklich her.


    LIESCHEN:
Mein Vater!
    FRANZ:
Nun ist meine Geduld am Ende! Lauf' ich über Berg und Tal wie ein Narr daher, um solchen Spektakel zu erblicken? Man sehe nur! Fest, wie auf einer Sandbank steht sie, und der Bursche sponsiert mit ihr, als wäre sie gar nicht meine Braut.
    ANTON:
Das soll, das wird sie auch nicht werden!
    LIESCHEN:
Nein, gewiß nicht.
    SCHULZE:
Ruhig, Kinder! Freund Spiess, mäßigen Sie sich. Sie liebt jenen jungen Menschen und er liebt sie wieder.
    FRANZ:
Das hätte ich auch mit einem halben Auge gesehen.
    SCHULZE:
Heute Abend sollte Verlobung sein-
    FRANZ:
Alle Wetter, die wird auch sein ! Der Bräutigam ist da.
    SCHULZE:
Freund ! Bedenken Sie, Sie sind ein Invalide.
    FRANZ:
Aber ein rüstiger.
    SCHULZE:
Und haben, verzeihen Sie, nur noch ein Auge.
    FRANZ:
Um so besser, so brauch ich nur eines zudrücken. Sie gefällt mir, und ich bestehe auf meinem Rechte. Mein Bruder ist tot, und die Spiesse sollen nicht hierzulande aussterben. Nun könnt ihr Abschied nehmen, rührenden Abschied! (Zum Schulzen) Du besorgst das Frühstück. Ich gehe mit dem Amtmann Rechnung pflegen über die Verwaltung unserer Wirtschaft. Nun seufzt und weint, so viel ihr wollt. (Ab).

VIII. SZENE 
Vorige, ohne Franz.

    LIESCHEN:
Der Häßliche!
    ANTON:
Der Abscheuliche!
    LIESCHEN:
Vater, lieber Vater! Wie wird die Sache enden?
    SCHULZE:
Ich denke- ich fürchte- mit deiner und Herrn Spiesses Hochzeit.
    LIESCHEN:
Unmöglich!
    ANTON:
Nein, Abschied nehme ich nicht, der Herr Spiess soll an den Abschied denken!
Den Hals breche ich ihm! Ich erwürge ihn!
    SCHULZE:
Hör' auf! Haifische verlieren bei seinem Anblick den Appetit und grimmige Seeräuber fürchten ihn. Vielleicht, daß Güte ihn zähmt.
    ANTON:
Kann aber nichts den Unmenschen erweichen, so muß das ganze Dorf sich erheben; denn Lieschen und ich, wir können nicht Abschied nehmen. (Geht ins Dorf ab).
    LIESCHEN:
Lieber sterben! (Mit dem Vater ins Haus ab).

IX. SZENE
Friedrich Spiess (tritt auf). 

N. 6. Arie

    FRIEDRICH:
Liebe, teure Muttererde,
Sieh' dein Kind, es kehrt zurück,
Nur am heimatlichen Herde
Fühlt man ganz des Lebens Glück.

Hütten, Hügel, Sträuche, Bäume,    
Alte Freunde, steht ihr hier;
Himmelswonne, süße Träume,
Meine Jugend zeigt ihr mir.

Wo dem neugebor'nen Knaben
Einst die Sonne hat gelacht,
Hier soll man auch mich begraben,
Ist mein Tagewerk vollbracht.

    FRIEDRICH:
Meine Hoffnung hat mich nicht betrogen. Als ich, schwer verwundet, in Feindes Hand geriet, in langer, harter Gefangenschaft schmachtete, hat sie allein mich erhalten. Zwar wird die Gedanken an meine verlorene Gattin, an meinen geliebten Zwillingsbruder Franz manche Stunde mir trüben, doch der Anblick der wiedergefundenen Heimat wird die Wehmut verscheuchen.

X. SZENE 
Friedrich. Der Schulze (aus dem Hause mit Wein, Brot und Käse).

    SCHULZE:
Willkommen, Herr Spiess!
    FRIEDRICH:
Sei gegrüßt , lieber Freund!
    SCHULZE:
Sind Sie wieder da?
    FRIEDRICH:
O, wie glücklich bin ich, wieder hier zu sein. Verändert freilich, doch das tut nichts zur Sache. In Frieden und Eintracht wollen wir unsere Tage verleben.
    SCHULZE:
O Herr Spiess, ich wünsche nichts mehr.- Das Frühstück ist schon bereitet.
    FRIEDRICH:
Nein....Wie zuvorkommend, liebenswürdig Sie sind! Sie beschämen mich. (Umarmung). 
    SCHULZE:
Lassen Sie uns ein Gläschen leeren. Auf Ihre glückliche Rückkunft! (Sie trinken).
    FRIEDRICH:
Ach! So selige Stunden erlebe ich, nachdem ich einen ganzen Tag lang tödlich verwundet in einem Graben lag!
    SCHULZE:
In einem Graben ? Verzeihen Sie, gibt es auch im Meere Gräben?
    FRIEDRICH:
Nicht doch; in einem finstern Walde stürzte ich-
    SCHULZE:
Ich begreife. In Algier?
    FRIEDRICH:
In Algier? Wie kommen Sie nach Algier?
    SCHULZE:
Verzeihen Sie, bester Herr Spiess, ich dachte- ich glaubte nur- noch ein Gläschen! (bei sich:) Der Schlag auf den Kopf macht ihn verwirrt. Ich muß nur schweigen, um ihn nicht auf's Neue toll zu machen.- (zu Friedrich:) Darf ich bitten?
    FRIEDRICH:
Unsere Freundschaft soll leben!
    SCHULZE:
Soll leben! Soll leben! Soll leben! (Sie trinken). Wie freut mich ihre Veränderung!
    FRIEDRICH:
Ja, ich war ein brausender Tollkopf, aber jetzt bin ich auch sanft und gut.
    SCHULZE:
Wie wird meine Tochter diese Nachricht erfreuen! Aus Ihrem Munde soll sie die frohe Botschaft vernehmen. Doch unser Gast bleiben Sie, bei uns sollen Sie wohnen, darauf bestehe ich. Auf Wiedersehen, bester Freund Spiess.
    FRIEDRICH und SCHULZE:
Soll leben, soll leben, soll leben!
(Der Schulze tritt ab).
    FRIEDRICH (allein):
Welche Güte! Welche Offenheit! Sein Gast soll ich sein, wohnen soll ich bei ihm, zum Frühstücken nötigt er mich ordentlich, mich, dessen Namen er kaum kennt. Es fehlt jetzt nur, daß eine Jungfrau erschiene, die mich mit Gewalt heiraten wollte.

XI. SZENE 
Friedrich. Lieschen (aus dem Hause).

    LIESCHEN:
Herr Spiess! Sagen Sie nichts. Mein Vater sagte mir, Sie hätten sich ganz verändert. Ich wage es daher, mich aufrichtig an Sie zu wenden. Sehen Sie- daß Sie viel älter sind als ich bin, hat eben nichts zu bedeuten, und- daß Sie nur ein Auge aus dem Felde zurückbringen, läßt sich gewöhnen; allein- vergeben Sie, - allein ein anderer Umstand- kann man denn der Liebe widerstehen ?- Bester, teurester Herr Spiess ! Was Sie auch einwenden mögen, Hochzeit muß gehalten werden.
    FRIEDRICH:
Da haben wir's! Liebes Kind, solche Schritte fordern Überlegung, und mit der Hochzeit wird es doch noch Zeit haben.
    LIESCHEN:
Sehr, recht sehr eilt es. Noch heute muß sie gefeiert werden, sonst sterbe ich gewiß.
    FRIEDRICH: (bei sich)
Fangen wollen die mich. (zu Lieschen:) Liebes Kind, ich habe bereits einen erwachsenen Sohn.-
    LIESCHEN:
Desto besser, desto besser! Warum sagten Sie das nicht gleich? Die Spiesse sterben also nicht aus und nichts steht meinem Wunsche mehr entgegen. Freue dich, Anton!
    FRIEDRICH:
Anton?
    LIESCHEN:
Anton, der schönste, der artigste Bursche im Dorfe.
    FRIEDRICH:
Ja? Warum heiraten Sie denn nicht diesen schönsten, diesen artigen Anton?
    LIESCHEN:
Ich wollte ja gerne-
    FRIEDRICH:
Liebes Kind! Ich will mit Ihrem Vater sprechen, ich will mit Anton sprechen. Alle Hindernisse will ich heben, die Ihrer Verbindung entgegenstehen. Ich gebe mein Wort darauf; auf Soldatenehre.
    LIESCHEN:
Bester, teuerster Herr Spiess! Vergeben und vergessen will ich, daß Sie so sehr mich quälten. Ich eile zu Anton, ihm von Ihrem Entschluß Nachricht zu bringen. Leben Sie wohl, Herr Spiess, recht wohl.
(Sie will ins Dorf)

XII. SZENE 
Friedrich, Amtmann.

    FRIEDRICH:
Die ärmste dauert mich!
    AMTMANN:
Der Beschreibung nach habe ich die Ehre, mit Herrn Spiess zu sprechen?
    FRIEDRICH:
Ja, ganz recht. Ich bin nicht wohl zu verkennen. Doch, mein Herr, wen habe ich die Ehre ?-
    AMTMANN:
Die Person der Gerechtigkeit, und die Gerechtigkeit in Person,  den Amtmann des Ortes.
    FRIEDRICH:
Freut mich!
    AMTMANN:
Hochgepriesener Herr Spiess ! Im Namen der ganzen Gemeinde stehe ich hier, erstens Ihnen Glück zu wünschen zu deren auf dem Kriegesfelde verübten Großtaten, dann den unvergeßlichen Verlust Dero heldenmütigen Herrn Bruders zu beklagen und zu beweinen. Helden leben für den Augenblick und überlassen daher uns andern die Schreibereien und andere lästige Beschäftigungen. Teuerster aller Helden ! Weit entfernt, Dero Langmut zu mißbrauchen, enthalte ich mich, Ihnen eine langweilige Berechnung über die Verwaltung Ihres Eigentumes während Dero Abwesenheit vorzulegen und begnüge mich, Ihnen zwölfhundert Thaler in vollwichtigem Golde gehorsamst zu behändigen.
    FRIEDRICH:
Zwölfhundert Thaler? Mir?
    AMTMANN:
Ich bitte, diesen kleinen Zettel zu unterzeichnen.
    FRIEDRICH:
Nun, als Erbe meines Bruders kann ich das Geld wohl in Empfang nehmen.
    AMTMANN:
Und die Quittung unterschreiben. Das Amthaus ist ganz in der Nähe; bitte erlauben Sie, daß ich Sie im Triumph auf das Capitol führe.
(Beide ab, untergefaßt).

XIII. SZENE
Lieschen, Anton. 

    ANTON:
Verdammter Franz Spiess! Verdammt!
    LIESCHEN:
Anton ! Der Spiess hat hier, auf dieser Stelle mir förmlich entsagt.
    ANTON:
Sicher und gewiß?
    LIESCHEN:
Auf Soldatenehre gelobte er.
    ANTON:
Wie kam es, daß er so schnell sich besann?
    LIESCHEN:
Meine Worte, meine Tränen rührten ihn. Nein, böse ist er nicht, nur scheint er gern, etwas zu neckern. Erst vor kurzem gestand er mir, daß er Vater eines erwachsenen Sohnes sei.
    ANTON:
So sind wir ja am Ziele unserer Wünsche
    LIESCHEN:
Im Himmel auf Erden!

N. 7. Duett

    LIESCHEN:
Nur Dir will ich gehören,
Bestehen soll der Schwur.
    ANTON:
Und unser Glück nicht stören
Des kleinstens Zweifels Spur.
    LIESCHEN, ANTON:
Dem Schützer treuer Seelen
Sei süßer Dank geweiht.
Bei dir, was kann mir fehlen?
Was fehlt der Seligkeit?

XIV. SZENE 
Vorige. Franz.

    FRANZ:
Nun ist meine Geduld am Ende!
    LIESCHEN:
Bester, teuerster Herr Spiess!
    ANTON: (staunend)
Lieschen ! -                                                 
    LIESCHEN:
Guter, freundlicher, lieber Herr Spiess !-
    FRANZ:
So ist's recht! An mich verwende deine Zärtlichkeit.
    LIESCHEN:
Sagten sie nicht soeben, daß Sie meine Verbindung mit Anton wünschen?
    FRANZ:
Ich heirate dich, was kümmert mich Anton!

N. 8. Terzett

    LIESCHEN:
Wagen Sie, Ihr Wort zu brechen?
    ANTON:
Nicht, erfüllen sein Versprechen.
    LIESCHEN:
Sieht dem Ehrenmann dies gleich?
    ANTON:
Herr! Das ist ein schlechter Streich.
    FRANZ:
Schweiget, ihr macht schlechte Streiche!
Wer versprach, wer gab sein Wort?
Auseinander; Lieschen, weiche,
Teufelsjunge, pack dich fort!
    ANTON:
Nichts soll mich von Lieschen trennen,
Sehen Sie, ich fürchte nicht.
    LIESCHEN:
Darf Soldat sich jener nennen,
Der das Wort der Ehre bricht?
    FRANZ:
Alle Wetter! Wollt ihr schweigen?
Trennet euch, noch ist es Zeit.
Den Soldaten euch zu zeigen
Ist der tapfre Spiess bereit.
    LIESCHEN
Anton,...
    ANTON
Lieschen,...
    LIESCHEN, ANTON
... laß uns Abschied nehmen
Nur für einen Augenblick.
    FRANZ
Wollt ihr ewig Abschied nehmen?
Bursche geh', komm' nie zurück.
    LIESCHEN:
Seine Wut will ich bezähmen,
Geh', sein Fieber kehrt zurück.
    ANTON:
Doch, des Tollen Wut zu zähmen,
Kehrt dein Retter bald zurück.
    FRANZ:
Meine Wut kann nichts bezähmen,
Eilst du nicht im Augenblick.
(Anton enfernt sich).

XV. SZENE 
Lieschen, Franz.

    LIESCHEN:
Teuerster Herr Spiess! Wenn Sie auch öfter ein wenig toll sich gebärden, ich fürchte mich gleichwohl nicht vor Ihnen ; Anton-
    FRANZ:
Anton! Schweige von Anton! Den Hals breche ich ihm!
    LIESCHEN:
Wenn Anton Sie nicht früher erwürgt.
    FRANZ:
Mich? Der Laffe der?
    LIESCHEN:
Mein Anton ist kein Laffe; er ist gar sehr verliebt in mich. Und er wird ein Riese, wenn ich es verlange. Daß Sie es nur wissen, das ganze Dorf ist bereit, Ihnen den Hals zu brechen. Für mich, ich lache dazu. (ins Haus ab).
    FRANZ: (allein)
Alle Wetter! Eine volle Breitseite gibt mir das Mädel, und ich Dummkopf streiche die Segel.

XVI. SZENE 
Franz, Schulze (aus dem Hause).

    FRANZ:
Höre, deine Tochter ist etwas lebhafter Natur; aber ich heirate sie trotzdem. Den dummen Amtmann habe ich auch nicht angetroffen. Freund, mich hungert und dürstet. Nüchtern bin ich noch.
    SCHULZE: (bei sich)
Nüchtern ?
    FRANZ:
Ja!
    SCHULZE:
Armer Narr! Sein Kopf! Das kommt von Steuerruder.
    FRANZ:
Denn, was ist mit meinem Frühstück?
    SCHULZE:
Verzeihen Sie, wir frühstückten soeben.
    FRANZ:
Was? Ohne mich zu erwarten ? Das ist grob!
    SCHULZE:
Herr Spiess, Ihr Wohl liegt mir am Herzen. Doch- nehmen Sie's nicht übel,- so kann aus der Hochzeit nichts werden.
    FRANZ:
Und warum denn nicht?
    SCHULZE:
Mein Herr! Einem Fieberkranken kann ich meine Tochter nicht geben.
    FRANZ:
Wer hat's Fieber?
    SCHULZE:
Sie, mein Herr! Sie sprechen ganz konfus und Ihr Gedächtnis ist weg. Sie wissen nicht mehr, daß Sie schon gefrühstückt, daß Sie meiner Tochter entsagt, und können nicht einmal bestimmen, ob Sie im Meere oder in einem Graben gelegen sind.
    FRANZ:
Ihr seid alle wahnsinnig!

XVII. SZENE 
Vorige. Amtmann.

    AMTMANN:
Domine Spiess, Domine Spiess!
    FRANZ:
Was ist nun schon wieder?
    AMTMANN:
Sie verließen mich so schnell. Ein kleines Versehen hat sich eingeschlichen.
    FRANZ:
Wer sind Sie denn?
    AMTMANN:
Wie Sie sich verstellen. Der Amtmann bin ich, der Ihnen soeben 1.200 Thaler heraushändigte.
    FRANZ:
Zwölfhundert Thaler? Mir?
    AMTMANN:
In vollwichtigen Golde. Hier, mein Herr, ist Ihre Quittung.
    FRANZ:
Ich beginne zu begreifen! Betrügen wollt Ihr mich. Keinen roten Heller empfing ich.
    AMTMANN:
Herr Spiess, an mir, an dem Amtmann wollen Sie sich vergreifen?
    SCHULZE:
Ruhig, Herr Amtmann! Der arme Mensch ist verrückt.
    AMTMANN:
Ein Betrüger ist er, den ich auf die Folter ziehen lasse.
    FRANZ:
Das wagt ihr nicht!

XVIII. SZENE 
Vorige. Lieschen (aus dem Hause). Anton mit Bauern (aus dem Dorfe).

    SCHULZE:
Kommt näher! Kommt näher! Hier, gleichsam vor Gericht, erkläre ich, daß du jenen Menschen nicht heiraten sollst.
    AMTMANN:
In den Kerker mit ihm!
    LIESCHEN:
Aber sein Sohn jammert mich.
    SCHULZE:
Ah, Schande ! Auch ein Sohn von ihm ist vorhanden?
    FRANZ:
Seid Ihr des Teufels?
    AMTMANN:
Wer sein eigenes Blut verleugnet, warum sollte er den Empfang des Geldes bekennen ?- O Unmensch ! - Was entdecke ich ? Erst trug er eine Binde über dem linken Auge und nun hat er das rechte verhüllt!
    SCHULZE:
Richtig!
    ANTON:
Ein Spion ist er!
    AMTMANN:
Vor Gericht mit ihm!
    FRANZ:
Berührt mich nicht, oder Ihr seid des Todes!

N. 9. Quintett und Chor

    AMTMANN:
Packt ihn, führt ihn vor Gericht!
    BAUERN:
Packt ihn, uns entkömmt er nicht!
    FRANZ:
Haltet, mich bezwingt ihr nicht!
    BAUERN:
Bringt ihn vor Gericht!
    LIESCHEN, ANTON, SCHULZE:
Haltet, hört was Klugheit spricht.
Laßt ihn friedlich von hier wandeln,
Wenn er frei entsagt der Braut;
Nach Gefallen mög' er handeln...
    LIESCHEN:
...ist mir Anton angetraut.
    ANTON:
...ist mir Lieschen angetraut.
    SCHULZE:
...ist das junge Paar getraut.
    FRANZ:
Alle Wetter! Wollt ihr schweigen?
Fest bestimmt bleibt meine Wahl.
Über Berge soll ich steigen,
Laufen soll ich noch einmal?
Nein, der Braut entsag' ich nicht!
    LIESCHEN, ANTON, SCHULZE:
Nicht? So führt ihn vor Gericht!
    SCHULZE:
Wer ersetzt zwölfhundert Thaler?
Wichtig Gold bezahlte ich.
Wer verbürgt sich, wer ist Zahler?
Niemand zahlt, verbürgert sich.
    AMTMANN:
Wohl, so führt ihn vor Gericht!
Packt ihn, usw.
    FRANZ:
Haltet, mich bezwingt, usw.
    BAUERN:
Packt ihn, usw.
Franz Spiess wird mit Gewalt abgeführt. Alle entfernen sich bis auf Lieschen und den Schulzen.

XIX. SZENE 
Schulze. Lieschen.

    SCHULZE:
Ich bin doch neugierig, ob sie ihn zwingen.
    LIESCHEN:
Für alle Fälle bin ich nun seiner los. Was sollte ich auch mit einem Mann, der am Abend vergäße, daß er am Morgen mir angetraut wurde?
    SCHULZE:
So ist es. Anton wird dein Mann.
    LIESCHEN:
Hilf Himmel ! Er entkam ihnen schon.
    SCHULZE:
Unglaublich! Und wie friedlich er daher geht.
    FRIEDRICH:
War mir doch, als hörte ich hier Lärm.

XX. SZENE 
Vorige. Friedrich (mit einem Geldsack).

    SCHULZE:
Herr Spiess, Sie sind für die Gesellschaft gefährlich.
    FRIEDRICH:
Was sagen Sie?
    SCHULZE:
Warum wollten Sie den Amtmann um zwölfhundert Thaler übertrügen? Ist das in Algier Sitte?
    FRIEDRICH:
Ich verstehe Sie nicht.
    SCHULZE:
Warum verleugnen Sie Ihren Sohn sogar? Dies haben Sie vermutlich von den Seeräubern gelernt?
    FRIEDRICH:
Das tat ich? Freund, Sie verkennen mich.
    SCHULZE:
Nur zu gut kenne ich Sie, wenn Sie auch bald das rechte, bald das linke Auge verbinden.
    FRIEDRICH:
Ach Gott, wie sprechen Sie!
    SCHULZE:
Herr Spiess! Bekennen, bereuen Sie, und nicht ferner soll man Sie verfolgen.
    FRIEDRICH:
Ich schwöre, daß ich kein Wort Ihrer Rede begreife.
    SCHULZE:
Dann gehen Sie bei lebendigem Leibe um, oder zwei Spiesse treiben hier ihr Wesen.

XXI. SZENE 
Vorige. Anton (herbeieilend).

    ANTON:
Freude, Entzücken ! Gottlob, er steht hier. Lieschen, Herr Spiess, der unglückliche Herr Spiess hat vor Gericht dir förmlich entsagt. Mein Herr, Sie heißen?
    FRIEDRICH:
Friedrich Spiess.
    ANTON:
Und Ihr Bruder nennt sich?
    FRIEDRICH:
Franz Spiess.
    ANTON:
Franz Spiess ist hier.
    SCHULZE:
Hier?
    FRIEDRICH:
Was? Mein Bruder? Mein totgeglaubter Bruder?
    ANTON:
Lebt! Die Unterschrift der Quittung hob den Irrtum auf. Er befindet sich in Ihrer Nähe.
    FRIEDRICH:
Ja, aber !Wo ist er? Wo?
    ANTON:
Schaut, da ist er.

XXII. SZENE
Vorige. Amtmann. Landleute. Franz (stürzt hervor und sinkt seinem ihm entgegen eilenden Bruder in die Arme).

    FRANZ:
Friedrich !
    FRIEDRICH:
Franz!
(Umarmung).

N. 10.  Schlußchor

Die Brüder haben sich gefunden,
O seht das frohe Brüderpaar!
O seht, o seht die Liebenden vereinet,
Geleitet sie zum Traualtar!
Hoch leben Bräutigam und Braut!
Die Brüder leben hoch!